Ich habe das schon öfter erwähnt, aber Weblogs und Weblogsysteme liebe ich, weil ich bestimme, wann und ob ich informiert sein will ohne dass ich Rechenschaft ablege, wen ich lese und oder nicht mehr lese. Feed rein, Feed raus aus meinem Reader. Wenn ich also eine Mail von einem Blogger erhalte, er verantstalte gerade einen Karneval, dann ist das nett, aber ich will es nicht wissen. Wenn es für mich relevant ist, werde ich es mitbekommen. Irgendwer um sechs Ecken wird darüber berichten und es wird in meinem Feedreader hochpoppen.

Bildquelle: Wikipedia Six Degrees (bearbeitet)
Und bin ich im Feedreader-Sabatical, dann will ich es immer noch nicht in meinem Mailfach. Neben den Karnevalisten informieren mich Neulinge im Webloggeschehen, denen ich Support gebe, gerne über ihre neuen Beiträge. Auch hier gilt, will ich über neue Beiträge informiert sein, dann abbonniere ich den Feed.
Was ist ein Feed?
Ein Feed ist eine Textdatei, die speziell dafür konzipiert wurde, bequem mit vielen anderen Textdateien die wie Feeds formiert sind zusammengefasst und zentral ausgegeben zu werden und bei der Ausgabe auch gefiltert ausgegeben werden zu können, z.B. stehts nur die neusten Beiträge, oder nur die Beiträge mit einem bestimmten Stichwort. Feeds sind eine Erfindung von Netscape. Netscape war enorm wichtig für die Entwicklung des Internets. Mit der Verwendung von XML (= extended markup language = ich darf meine eignen Tags erfinden) erfanden die Leute von Netscape für ihre Portale eine Remote Site Syndication und entwickelten RSS 0.9. Als Netscape dieses Projekt wieder aufgab, ging diese Erfindung nicht verloren. Userland griff diesen neuen Standard auf und entwickelte RSS 0.91 mit dem Ziel RSS einfacher zu gestalten und so wurde aus dem Remote Site Syndication ein Really Simple Syndication. (Quellen: UserLand, Dave Winer weblog history und Syndication, RSS, RDF and Atom in a Nutshell)
Und so sieht diese Textdatei aus:

Weil man in XML seine eigenen Tags erfinden kann und weil das mit der Syndikation so eine tolle Sache ist, hat Sam Ruby von IBM seine eigenen Tags erfunden und die Atom genannt.

Atom-Feeds sind die ersten XML-Dateien, die ich im Browser mit einem eigenen XSLT-File kenne, so dass nicht mehr die Tags dargestellt werden sondern Absätze und Überschriften und blaue unterstrichende Links aber auch hübsche Grafiken:
Atom Feed im Firefox:

Feedburner-Feed im IE

Nun macht es überhaupt keinen Sinn die Feeds einzeln im Browser anzusehen und die ganze Formatierungsgeschichte ist ziemlich albern, denn Feeds sind für's sydizieren gemacht, sprich mehrere Informationsquellen können in einer Übersicht dargestellt werden. Wozu sonst hätte sich Beetlebum-Betreiber Jojo Kretschmer und die vielen anderen Webmaster soviel Mühe gemacht mit der Gestaltung ihrer Seiten
Wie diese Syndizierung aussehen kann, das ist wieder eine Sache der Plattform oder der Software für den lokalen Rechner. Über Bloglines hatte ich berichtet und über den Rest gibt es viel beim RSS-Blogger zu lesen.
Was fängt man also noch mal mit Feeds an?
Feeds aboniert man. Die Populärsten Dienste soweit mir bekannt hier in der folgenden Liste
Wer über seinen eigenen Tellerrand rausschauen möchte, kann Dienste wie das
RSS-Verzeichnis oder
Wikio nutzen. Und unbedingt eine Mailbenachrichtigung benötigt, der kann sich immer noch den Feed per Mail zukommen lassen:
RSS-Forward
Blogger wissen das und deswegen, macht es keinen Sinn diese noch zusätzlich zu informieren. Wer es dennoch für nötig hält, kann ja vorab fragen ob's recht ist. Ich sage dann schon, ob ich eine Ausnahme mache oder die anderen, wie sie dazu stehen.
Und morgen sprechen wir dann über das Blogger-Paarungsritual.