Archive for the 'Text&Sprache' Category

Er wurde schwanger

Der Dienstbote und die Schildwache hatten ein Verhältnis; er wurde schwanger, und sie wurde dem Kind ein guter Vater.

Köstlich! Klick zur Quelle (ca. via)

Verwandter Artikel: Das generische Geschlecht

Wortklauberei die 1001: Kategorie

In keiner Zeitung ist die Rede von Kategorie; man spricht on Rubriken. In Unternehmen hört man ebenfalls eher selten das Wort Kategorie, dort sind es die Abteilungen ebenso im Laden. Geheimdienst insbesondere der KGB hat laut Hollywood-Filmübersetzungen Sektionen. Kategorien klingt für mich nach Lagerverwaltung und wissenschaftlichen Publikationen. Kapitel, Themen ... Topics. Ich mag Topics, doch dann bin ich wieder bei den Aglizismen und mein Bekannter, der in der ehemaligen DDR aufwuchs kann noch ein paar Broken russisch aus der Schule, englisch hat er nie gehabt. Er ärgert sich über den heftigen Gebrauch und hat mir verschiedentlich für meinen Sprachkauderwelsch eines auf den Deckel gegeben, weswegen es Sites gibt, bei denen ich erst einmal nach deutschen Wörtern suche.

Ist doch ein Weblog, was mach ich mir einen Kopf ... das ist der Punkt. Aktuell setze ich ein Weblog auf, das mehr eine eierlegende Wollmilchsau ist. Es ist Magazin, es ist Shopeingangsseite, es ist Shop und gerade wenn es in die "Kategorie Shop geht, dann ist eine Url mit "meineDomain.de/categorie/shop" nicht wirklich förderlich, denn unter dieser Url stelle ich mir keinen Shop zum einkaufen vor sondern die Weblogbeträge über Shops aus der Sicht des Konsumenten, des Beraters oder des Händlers. Read the rest of this entry »

Welchen Standard legt der Leser an Blogartikel?

Die Konversation per Weblog hat seine Momente, z.B. wenn an einen Kommentar zum neuen IE8 wissenschaftliche Maßstäbe angelegt werden.

Harrharrharr"Herr Gerrit, definieren sie "Professioneller Webdesigner" und "Hobby-Designer"!

Nicht dass der Unterschied nicht im Text impliziert wäre. Der Unterschied wurde gemacht aus der Perspektive des Verständnis und ob der Web-Designer auf der Höhe der Zeit ist und seine <>-Tags kennt. Peter K. ist das nicht genug. Schön auch zu lesen, wie das Verständnis der W3C-Standards in Bezug auf Industrienormen ist. Auch Indutstrienormen sind Empfehlungen. Die wenigstens werden per Gesetz den Herstellern aufgezwungen. Danke für die Erinnerung, dass Leser nicht das selbe Maß anlegen, das der Autor an seinen Beitrag legte.

Ich für meinen Teil betrachte alle meine Texte als lockere Beiträge ohne wissenschaftlichen Anspruch aber mit einer guten Portion Erfahrung gewürzt, so dass einige Aussagen einer Kontrolle mit wissenschaftlichen Methoden standhalten würde. In aller Regel erwische ich die lexikalische Bedeutung von Begriffen, in manchen nehme ich es mit dem Erfahurngswert aus meinem Alltag. Letztendlich kommen die lexikalischen Definitionen im Wörterbuch nach dem Gebrauch der Sprache und nicht vor Gebrauch der Sprache.

In Bezug auf professionell habe ich schon immer das Expertentum der Bezahlung als Kriterium für Professionalität vorgezogen. Ich würde nie Seminare bei einem Professor besuchen, nur weil er dafür bezahlt wird, diese zu halten, sondern immer nur, weil ich an seinem Wissen, seinen Methoden und seiner Erfahrung interessiert bin und (!) ein Professor erhält auch nur deswegen den Titel und das Geld, weil er im Vorfeld gezeigt hat, dass er ein überdurchschnittliches Wissen besitzt, eine effektive und effiziente Methodik verwendet und sein Erfahrungsschatz reich ist. Dozentenstellen werden schon einmal ausgeschrieben, Professorenstellen, werden bestellt, sprich eine Auswahl renomierter Wissenschaftler erhält eine Anfrage, ob sie an der Stelle interessiert sind. Dass es bei Professuren Blindbewerbungen gibt, spielt dabei keine Rolle — ausschlaggebend bleibt die Proffession mit der das jeweilige Fachgebiet bedient ... bearbeitet ... gelehrt wird.

Webdesigner, die nicht auf der Höhe sind und heute noch immer das Netz mit Layouttabellen zu ballern, sind für mich keine Profis sondern Opportunisten, die die Unerfahrenheit der Kunden ausnutzen. Übrigens zählen zu den Opportunisten auch die Hersteller von InDesign, NOF, und Co. bei denen Kraut und Rübenquelltexte mit Layouttabellen erzeugt werden, die grottenschlecht und veraltet sind.

Wer den Text nun eingeordnet wissen möchte: Kolumne oder Glosse, wäre recht treffend — auch Rantdef. ist eine gute Typisierung ... ich bin mal wieder etwas abgedrifttet (ups).

Mach’s wie Dein Kollege, Herr Richter!

Erst einmal werden viele kleine Fälle abgewickelt, vorallem solche, die in der Tat es auf die Ausbeutung einer Popularität abgesehen hatten. Richtern fällt es nicht schwer, dem Abmahnenden beizupflichten und im Sinne des Abmahnenden zu urteilen. Dann wenn der Stapel schon recht ansehnlich ist, die Marke etwas älter und Widerspruchsfristen vorbei sind kann man sich an die komplizierteren Fälle heranwagen. Parallel wird die Kampagne geschürt, so dass man nach zig Millionen, die nur Konzerne für eine neue Marke aufwenden können, es jeder Spatz von jedem Dach pfeiffen kann, womit die Marke und vorallen Dingen einzelne Bestandteile der Marke fest und unverbrüchlich mit jener einen Marke in Verbindung gebracht wird.

Eh man sich's versieht hat man wieder einen T-Wurst~ ... pardon dieses Mal heißt das WurstVZ-Fall.

Markenrecht und Markeneintragungen ... ein trauriges Thema. Registriert wird, was nicht sofort als freihaltungsbedürftig ins Auge springt ... zumindest gewinnt man den Eindruck, oder wie sonst kann man eine Marke Princess im Schmuckbereich registrieren. Ist es zuviel verlangt ein, zwei Juweliere zu fragen? Man hätte dann vom Prinzessschliff erfahren und den Begriff generell für die Branche freigehalten. Wie kann man die Kombination KMU und Business für hinreichend kreativ halten? Wobei StudiVZ durch aus kreativ ist, nur mit einer Einschränkung, das ~VZ als Namensbestandteil sollte man wohl im Markenstreit außen vor lassen.

Markenrecht ... da prallen alle Nase lang David und Goliath aufeinander, doch anders als in der Legende, wird David meist von Goliath an die Wand gequetscht. Tough Luck. Und morgen schließt sich wieder der Richter seinen Kollegen an. Der Tisch quillt über, da hilft es wenn man der Assistentin das Urteil vom Kollegen hinlegen und etwas analog verfassen lassen kann. Nächster Fall bitte. Nicht dass ich Einblick hätte. Ich habe keinen Einblick in die Amtsstuben unserer Gerichte. Ich gehe nur vom allzumenschlichen aus und nehme zur Kenntnis, dass viel zu viele Markenrechtsentscheidungen dazu führen, dass die Alltagssprache voller Markenfallen steckt. Meine Fantasie wird wohl nicht allzuweit von der Realität entfern sein.

Kleiner Gedankenstrom nach der Lektüre zu VZ im Lawblog

Wann lernt das Patentamt Beschreibendes aus den Markenanmeldungen raus zuhalten und wo sind die Richter, die bei Einstweiligen Verfügungen und Urteilen bei beschreibenden Begriffen gnadenlos gegen die Wünsche des Markeninhabers hält.

Die Markenwelt ist voll mit Marken, die keine beschreibenden Begriffe in ihrer Marke brauchen. Alles was es zur sinnbefreiten Lautmalerei braucht, ist ein knackiger Slogan. Ist das wirklich so schwer?

Bodyindex: Fette(r) Mitarbeiter gesucht?

Harrharrharr
LOL (fett)

Leseempfehlung: Wenn Citizen Kane ein Weblog wär

Wer zwischenrein was zu lachen möchte: "if the great movies had been websites" von Jeffrey Zeldman.

Und natürlich ist Jeffrey Zeldman himmelschreiend ungerecht. Schließlich kennt die Kinowelt nicht nur brilliante Klassiker. Jedes Jahr kommen gigantische Flopps raus und kleine B-Movies und jeden Tag wird irgendwo auf der Welt in einer Gemeinde Halle ein filmisches Weblog einem öffentlichen Forum gezeigt. Man sollte der Reichweite des Internets nicht die Schuld geben, dass wir im allgemeinen gewöhnliche Menschen sind und alltägliches Plaudern.

Wenn also Jeffrey Zeldman sich beschwert:

We'll admit we've seen a few sites that raise this kind of narcissism to an art form. But these great personal storytelling sites are the rare exceptions. For the most part, we get dull personal commentary with a side order of self-importance.

Dann kann ich nur empfehlen öfter mal eine Site zu skimmen und über die dull personal commentary with a side order of self-importance herzlich zu lächeln.

Innerer Widerstand: Artikelzuweisung

Nachdem ich gerade schon (wieder in den Kommentaren Kommentar 55333) darauf abhob, dass mein Kopf und kein Lexikon für meine Sprache verantwortlich ist und ich nur bedingt meine Wörterbücher, ob online oder offline zu rate ziehe. Da liegen Irrtümer in der Natur der Sache. Aber nicht nur Irrtümer, manchmal ist es auch eine Frage des Gefühls, wie ich etwas schreibe, wider allen besseren Wissens.

Der Coach!
The Coach ist weder weiblich noch männlich, sprich bezieht sich auf weibliche und männliche Feldtrainingskräfte gleichermaßen. Soll ich im Deutschen unterscheiden zwischen einem weiblichen Coach und einem männlichen Coach, dann bringe ich es nicht fertig "die Coach" zu schreiben, obwohl es logisch wäre und im Grunde korrekt, ist ja eh kein deutsches Wort.

Auf der anderen Seite ist das auch egal, wenn ich einen alten Artikel in Erinnerung rufe, der sich mit dem grammtikalischen Artikel in Bezug auf das natürliche Geschlecht der Person auf die sich der Begriff bezieht. Ich lasse also der Coach stehen, obwohl es sich beim Coach um eine Frau handelt.

Schwurbel ist in Schrift und Wort Schwurbel

Erfolgreicher sind Unternehmen, die das CRM um den Fokus "Beziehungsmanagement" - deliver value to the customers - erweitern und dem Kunden die Gelegenheit bieten, durch sein Feedback und Konfigurationsmöglichkeiten die Geschäftsbeziehung mitzugestalten. Zusätzlich zur Optimierung interner Prozesse plus Optimierung von Value für das Unternehmen werden dauerhaft erfolgreiche und vertrauensvolle Kundenbeziehungen durch die Fähigkeit des Beziehungsmanagements bestimmt. ............. (O-Ton aus einem Vortrag) (Quelle: Papiersprache versus Wirksprache)

Oder kurz geagt: "Hör zu. Sei nett. Merk Dir, was Dein Kunde spricht und liefere, was Deine Kunden freut. Dies schafft treue Kunden. Das ist erfolgreiches CRM und wirkt sich in jedem Fall positiv auf das Unternehmen aus."

Zugegeben Read the rest of this entry »

Germanizismen

Auf Stage6 fand ich alte Perry Mason Folgen und entdeckte in der vierten Folge das Wort "Kaffeeklatsch". in den späten 50er wurde das Wort Kaffeeklatsch in Amerika wohl noch wie in Deutschland genutzt, auch wenn ich mir schwer vorstellen kann, dass ein männlicher Erpresser es in dem vorliegenden Fall gebraucht hätte, ... aber das bin nur ich. Kaffeeklatsch implizierte noch Tratsch und Ratsch, also das unfeine Verbreiten von Dorfgerüchten und ~geschichten bei Kaffee und Kuchen. Wenn ich mir die Erläuterung von Kathy Schrock "Kaffeeklatsch" betrachte, so scheint der Aspekt des "gossiping" der in Webster bei der Worterklärung mitgeführt wird, irgendwie unter den Tisch zu fallen.

Apropos Perry Mason ... Die Serie findet auch erwähnung in der BBC-Dokumentation 'politics of fear' Erwähnung. Allerdings ist es Falsch, wenn Leo Strauss behauptet Perry Mason habe Schuldige verteidigt. Perry Mason hat die beauernswerten Falschbeschuldigten verteidigt. Es wurde immer der wahre Schuldige in der Serie entlarvt. Damals waren schließlich die Serienhelden noch ultimativ, absolut, total gut und unverwüstlich. Perry Mason war der weiße Ritter, der Verfechter von Wahrheit und Gerechtigkeit.

Eine bemerkenswerte Übersetzung …

Lesenswertes aus den Kommentaren zu den Flitterwochen eines "Terroristen"-Pärchens auf citronengras.de.