Archive for the 'Kulturen' Category

Wie man sonst noch an den Nippeln von Mama Google saugen kann

"Mama Google", der Begriff stammt nicht von mir, sondern von Robert Basic. Ich musste herzlich lachen. als ich den Beitrag "Blog als Akquise-Instrument" las. Robert schreibt den Beitrag wie es sich für einen Blog-Berater ziemt mit der Blogbrille.

Es stimmt. Mama Google liebt regelmäßige Updates und damit Mama google Saft zurückgibt, braucht es erst einmal Futter. So ein Weblog ist eine Möglichkeit Mama Google regelmäßig zu füttern. Das Problem ist nur, dass mit der Publikationsform Blog viele nicht viel anfangen können. Eine Gesprächskultur in Schriftform im Netz existiert eben nicht und an einen Blogeintrag wird der selbe hohe Standard wie an jedes Schriftstück im Netz gelegt. Halbgares nehmen einem Leser nicht selten übel und verschwinden schweigend oder aber wie jetzt kürzlich ich hier im Weblog beobachten durfte, verschwindet der Leser mit dem Hinweis, dass eine Fortsetzung und eine Vertiefung des Themas fehle. Read the rest of this entry »

Nutzungsrechte aus der Sicht eines Bestseller-Autors

Paulo Coelho fördert Raubkopien, denn es fördert seinen Absatz, so seine Stellungname auf der DLD. Solange diejenigen, die so freundlich sind seine Bücher als Raubkopien zu verbreiten, nicht empfindliche Strafen zahlen müssen, ist damit die Welt wohl in Ordnung.

Nutzungsrechte, Urheberrechte ... ein Kreuz, doch der Beitrag ist interessant und angesichts der belegten Zahlen und dem Ergebnis von einem Bestseller in Bezug auf die Parallelwelten Internet und Buchvertrieb. Bleibt noch die Frage, was wird sein, wenn einmal die Technik soweit ist, dass wir Bücher digital mit in unsere Kuschelecke nehmen können und das Leseerlebnis auch in der digitalen Form von Genuß geprägt ist. Was ist, wenn analoge Bücher auf Papier nur noch unter ganz bestimmten Bedingungen, die digital nicht replizierbar sind, interessieren.

via Herrn Paulsen sein Kiosk

Gemeinfrei — ein Fest für freies kreatives Arbeiten

Urheberrechte sind grundsätzlich eine feine Sache, auch wenn die eigentlichen Nutznießer nicht die Künstler, sondern die Verwertungsrechtler und Verlage sind. Insbesondere an den Anstrengungen von Getty zu erkennen, die selbst die Verwertung eines Leonardo DaVincis, der nun Gewiss länger als 79 Jahre tod ist, wirtschaftlich für sich verwerten wollen. Getty lässt einiges springen in ihren Anstrengungen das Monopol an unserem Kulturerbe zu besitzen. Doch trotz der Anstrengungen dieser häßlichen Geldkrake, gilz derzeit noch immer, ist der Künstler erst 70 Jahre verblichen, so steht es jedem kleinen und großen Künstler frei, dessen Werk zu verwursten und zu verarbeiten, d.h. kommt er an eine gemeinfreie Reproduktion heran. Im Falle der Mona Lisa, heißt das, einen Bildband oder eine Postkarte zu verwenden, der oder die vor 50 Jahren erschien, siehe Fine-Art-Fotografie auf Fotorecht. Wobei anzumerken ist, dass die Reproduktionen/Abbildungen im Internet alle mit dem Scanner digitalisiert wurden und für Scanner gilt der Lichtbildschutz nicht und somit könnte man auch argumentieren, dass diese Abbildungen von gemeinfreien Werke im Netz grundsätzlich frei zu Verwendung sind.

Ich habe das Wochenende damit verbracht mich in den verschiedenen Bildquellen umzusehen und einmal zwei kleine Webensembles zusammengestellt, bei denen mir die Meister vergangener Zeiten mit Material zur Seite standen. ;-)

Ein Web-Ensembel mit der Unterstützung Max Liebermanns (1847-1935)

Web-Ensemble mit Zeichnungen von Max Liebermann (1847-1935)

Nach dem Abitur schreibt er sich an der Philosophischen Fakultät der Berliner Friedrich-Wilhelm Universität ein, besucht dort aber keine Vorlesungen. 1868 beginnt er als 21-Jähriger sein Kunststudium an der Weimarer Akademie, zu der dort gelehrten Historienmalerei findet er jedoch keinen Zugang.
Erst im Realismus und Naturalismus – unter anderem inspiriert von Mihály Munkácsy – findet Liebermann seine Passion. 1873 zieht Liebermann nach Paris und später nach Barbizon, um in Kontakt mit Künstlern wie Munkácsy, Troyon, Daubigny, Corot, Millet und Édouard Manet zu kommen – die meisten Versuche dazu scheitern. (Wikipaedia)

Im zweiten Ensemble nutze ich gleich das Erbe von einer ganzen Sammlung von Künstlern, die von 14-ebbes bis 1914 lebten.

Ein Webensembles mit Früchten unseres Kulturerbes

Webensembles mit zahlreichen Werkbeiträgen von unterschiedlichen Künstlern

Die Früchte-Girlande stammt von Albrecht Altdorfer (1480-1538), das Stillleben mit Zitrone ist von einem mir unbekannten Künstler (vermutlich Willem Claesz. Heda 1594 - 1670~82 oder Jan Davidsz. de Heem 1606 - 1683~84, zumindest aus der Ecke und aus dieser Zeit) des 17. Jah., ebenso das Tuch, das aus einem anderen Stilleben geborgt wurde, den Früchtekorb stiftete kein geringerer als Michelangelo Caravaggio (1571-1610) und Paul Cézanne (1839-1906) schuf eine Marmor-Statue, die ich zur halbverdeckten Bronze-Büste verstümmelte. August Macke (1887-1914) steuerte den Angler bei.

[Nachtrag] Ein Künstler, den ich während meines Kunstgeschichtsstudium sträflich übersehen habe Felix Vallotton (1865-1925)google-Bildersuche und der verrückte Meister van Gogh (1853-1890). Read the rest of this entry »

Das Partizipative Web 0.0

Falsch ist: das partizipative Netz ist nicht fast ein halbes Jahrzehnt alt.
Die erste größere Welle in der Menschen im Netz partizipierten am Informationsausausch begann mit den Foren und diese gehen eineindeutig auf das Jahr 2000 und früher zurück. Die Wikipedia wurde im Januar 2001 gegründet. Und wie mein letzter Beitrag zeigte, gab es bereits 2000 eine Weblog-Community, die 2001 deutlich größer wurde und die 2002 noch einmal einen Schub erfuhr. Ende 2007 darf man also von etwas über einem halben Jahrzehnt sprechen oder nimmt man die Foren dazu von deutlich über einem Jahrzent.

Falsch ist: eine Rolle in der allgemeinen Informationsbildung übernehmen wollen.
Wollen? Es ist eine Tatsache, dass diese eine Rolle übernommen haben. Ein guter Teil der Journalisten nennt eine gutsortierte Blogroll sein eigenen und screent Blogfeeds regelmäßig für Pressebeiträge. Es ist eine günstige Quelle und so ein Remix von zwei, drei Blogartikeln ist schnell geschrieben. Schließlich ist Zeit Geld. Soweit ich informiert bin, ist echter investigativer Journalismus ein Luxus, denn sich nur noch wenige Dienste und Verlage leisten. Hinzukommt, sofern man ein paar schwarzen Schafen des Journalismus glauben schenkt, die den Zeitungsverlagen abtrünnig geworden sind und Bücher schrieben, dass allzu investigativer Journalismus, Geschichten aufdeckt, die Verlage und Sendeanstalten aus reiner Selbsterhaltung nicht drucken und senden können. Hinter jedem Thema öffentlichen Interesses steht ein Mensch mit Macht, ob es die Minister sind, die Termine gewähren oder nicht oder eine Unternehmensleitung, die Werbeetats vergibt oder nicht oder ob es ein Promi ist, der Zutritt gewährt oder nicht. Die vierte Staatsgewalt ist eine zahme schnurrende Katze, die nur all zu häufig seine Krallen für sich behält.

Gewaltenteilung
Die Gewaltenteilung in unserer Gesellschaft ist leider durch das Streben zum absoluten Kapitalismus in einem maroden Zustand. Die vierte Staatsgewalt, die einst die Wächterfunktion (Custodes) übernahmen, sind gefügige Puppets und stricken fleißig an der Propaganda. Die eigene Agenda, mangelnder Idealismus, mangelhafte Quellen und wirtschaftliche Zwänge ergeben ein diffuses Bild. Die unparteiischen Wächter jedoch in der Medienlandschaft zu finden, ist eine Expedition der besonderen Art und erfordert echten investigativen Journalismus (siehe Chomsky1: Manufacturing Consent und Movie Avi ). Den "Bürgerjournalisten" die Rolle der Wächter zuzuschreiben, ist allerdings ebenfalls gewagt. Auch wenn Schwarmintelligenz und vereinzelte "Bürgerjounalisten" hier und da erfolgreich eine Wächterrolle ausübten, so wäre es zur aktuellen Stunde noch vermessen, sich generell auf die Macht des Schwarmes zu verlassen oder dass sich schon irgendwo ein mutiger, glaubwürder "Bürgerjournalist" mit Publikumswirkung findet und die Welt heile macht. Nichts desto trotz entsteht mit dem partizitiven Web eine fünfte Macht.

Falsch ist: Ja, wir müssen uns die Kräfte des freien Meinungsmarktes als äußerst destruktiv vorstellen.
Nur weil die fünfte digitale Macht nicht so tickt wie man sich das vorstellt, ist dies längst noch nicht destruktiv. Nur weil einem etwas Spott um die Ohren fliegt, heißt das nicht, dass der Spott nicht ehrlich verdient wurde. Und im partizitiven Web schreiben sehr viele unter eigenem Namen mit einer zustellbaren Adresse im Impressum. Andererseits benötigt man hier und da heute auch etwas Anonymität. Satiriker müssen deftige Schläge einstecken können und nicht selten gewinnt nicht das Recht zur Satire sondern der dicke Geldbeutel.

Unqualifiziert ist:Strikt selbstorganisierend - womit vornehm umschrieben ist, dass Geschwätz keine Organisation benötigt. Genauso gut könnte man allerdings einem Fliegenschwarm guten Geschmack unterstellen.
Mir scheint der Autor hat wenig Lust sich mit Schwarmintelligenz auseinanderzusetzen und polemisiert munter mit der Umschreibung des geflügelten Wortes Nur weil Milliarden Fliegen Scheiße fressen, ist es noch lang kein Nahrungsmittel!. Es ist eine Frage der Perspektive. Aus Sicht der Fliege wird es kaum einen schöneren Duft geben, der gute Nahrung bietet. Was die Schwarmintelligenz anbelangt, so wird der eigentliche Schwarm noch stark von den Medien geführt. Diese wirken nach meinem Dafürhalten meinungs- und geschmacksbildend und ich nehme in diesem Fall nicht die Perspektive der Fliege ein, wenn ich sage, dass der derart gebildete Geschmack scheiße ist. Das publikationsstärkste Blatt wird dabei auch aus den eigenen Reihen heftig gerügt. Es wird nicht einfach sein, sich aus den Krallen einer manipulativen Medienlandschaft zu befreien und Schwarmintelligenz sichtbar zu machen, so dass der Schwarm überhaupt ein Gegengewicht bilden kann.

Tragisch ist: Die Opferseite internetvictims.de (Oha. Einschub: Siehe zu dieser Seite den Beitrag von Herrn Knüwer "Samariterdefinition ..." oder: mach mich zum Vicitim, Süßer!) listet im Netz-Rauschen ein Panoptikum an Rufschädigungen, Beleidigungen, Verleumdungen und übler Nachrede auf.
Die keiner bestreitet. Doch ebenso tragisch ist der Einbruch. Tragisch ist Opfer einer Straftat zu werden, sei es bei Straßenraub, durch Körperverletzung, Verkehrsübertretung mit Personenschaden und üblicher übler Nachrede in den uralten Verkehrswegen der Tratscher&Ratscher, die es schon immer gab und immer geben wird. Dies ist deswegen immer noch keine Aussage über die Gesamtgesellschaft und Entwicklung des partizipativen Webs. Ebensogut gibt es hinreichend Beispiele, bei denen das Recht vergewaltigt und missbraucht wird und der moderne Beutelabschneider den klimpernden Beutel des ahnungslosen Passanten ruchlos mit der Hilfe des Rechtsanwaltes abschneidet. Zwei unfeine Randerscheinungen, die im Netz schriftlichen und archivierbaren Ausdruck fanden.

Lahm ist: Wollen wir diesen Aufstand der Konsumenten mit der Aufdeckung des Watergate-Skandals vergleichen?
Die gröbsten politischen Schnitzer und Skandale können wir 50 Jahre später in den Geschichtsbüchern und Dokumentarfilmen wiederfinden, wenn die offiziellen Dokumente, die unglaublichen Ereignisse ans Tageslicht zerren. Wieviele Watergates kann die Presse schon aufwarten. Nach Watergate fängt auch hier Ottonormalbürger an sich den Kopf zu kratzen. Und Blogger haben zumindest in Amerika schon an der Aufdeckung eines politischen Skandals mitgewirkt. Mein Problem nur, ich zollte dem Ereignis soviel Aufmerksamkeit wir die jüngsten Ereignissen des Enthüllungsjournalismus. Ich kann die Quelle nicht mehr benennen. Eventuell ist es ja hier dabei Crowdsourcing a Reply: Has Blogging Lived Up to The Hype?. Als der Watergate-Skandal verfilmt wurde, existierte die Filmindustrie schon fast 100 Jahre und die Presse noch deutlich länger. Das partizipative Web ist noch jung. Warten wir es doch noch etwas ab. Irgendwann wird auch der Boggerheld geboren werden, der ein korruptes Politisches System entlarvt und über den dann 10 Jahre später die Filmindustrie einen Kinokassenschlager filmt, so dass man nur das Stichwort fallen lassen muss und jeder weiß Bescheid.

Stereotyp und polemisch ist: Warum aber sollten Menschen, die lediglich neue technische Möglichkeiten nutzen, etwa um ihre Poesie-Alben zu veröffentlichen oder um ihrer Trauer über kaputte Computer Ausdruck zu verleihen, warum sollten diese Menschen Produktionsbedingungen für Medien diktieren und Meinungsführerschaft beanspruchen?
A) Beanspruchen die Poesiealbumschreiber keine Meinungsführerschaft. Die haben mit den Pressefuzzis und der Abklassifizierung als "dilletantische Bürgerjounalisten" als Kult-Amateure nichts am Hut. Nur weil die Poesiealbumschreiber Blogsoftware nutzen und für jeden zugänglich schreiben, heißt das nicht, dass diese irgendeine Meinungsführerschaft übernehmen wollen. Und so wie das Rezeptzeitschriften wie "Kochen & Genießen" keine Watergate-Enthüllungen liefern.
B) Finden sich unter den Wikipedianern ebenso wie unter den Bloggern qualifizierte Autoren, die die Auszeichnung Experten mit Fug und Recht verdienen. Dass in der Wikipedia dennoch einige Artikel nicht einmal Mittelmap erreichen, einige Blogger sich als fälschlich für Experten halten ist so wahr, wie die Bildzeitung ein Teil des Jounalismus ist.
So what!? Muss man deswegen das partizipative Web in Grund und Boden schreiben und Birnen mit Äpfeln vergleich und damit unter anderem Inkompetenz in Bezug auf objektiven Journalismus demonstrieren? Ich mein ja nur ...

Berechtigt ist: Was aber wiegt dann mehr? Dass das immer elitäre Denken der Mainstream-Medien im Zweifel undemokratisch ist? Oder, dass daraus Qualität entsteht?
Eine berechtigte Frage! Ich bin überzeugt es gibt exzellente Journalisten, Artikel und herausragende Presseerzeugnisse, ebenso wie es exzellente partizipative Webbeiträge und partizipative Webstandorte gibt. So wie ich überzeugt bin, dass Qualität ein immer selteneres Gut ist und Qualität im Auge des Betrachters existiert und stark mit den Rahmenbedingen und Motiven variiert.

Mein Fazit ist: Wenn die SZ (öhm ... Name des Autors? Hä Anonymität!) schreibt, [...] sie [die Qualitätszeitung] dafür gelobt, dass sie zwar langsamer als das Internet auf Ereignisse reagieren kann, dafür aber fundierter. dann soll ihr auch erwähnt sein, dass die Qualtiäts-Internetpublikation neben dem langsamen Reagieren nach gründlicher Recherche zusätzlich noch das Nachbessern bei Irrtum beherrscht. Wenn die SZ fragt, Aber sollen wir uns deshalb von jeder Idiotie in die Zukunft führen lassen? dann kann ich nur Antworten: Nein. Und schließe damit ausdrücklich polemische, anonyme Artikel wie diesen von der SZ ein.

Und damit ziehe ich mich für eine ganze Weile aus dem Kommentieren dieser Pressekommentare zum partizipativen Web zurück. Es ist doch immer wieder der gleiche Rant. via basicthinking

[Nachtrag 12-12-2007]
Eine Tüte Mitleid ist: (FAZ: Immer schön sachlich bleiben) Man – das heißt hier allerdings noch immer: ein paar Dutzend Leute, die im Verhältnis zu den Millionen von Nutzern einzelner Websites von Zeitungen, Zeitschriften, Rundfunk- und Fernsehanstalten noch nicht als neue Öffentlichkeit ins Gewicht fallen. Die präpotente Rede davon, „das Internet“ wehre sich gegen die älteren Medien, ist jedenfalls auch dann stark übertrieben, wenn man von der Minderheit derjenigen Kommentare auf den SZ-Internetseiten absieht, die eine stärkere Qualitätskontrolle bei elektronischen Leserbriefen begrüßt.
Das Partizipative Web 0.0 sprach von Blogs und Wikis und nicht von elektronischen Leserbriefen. Niggemeiers Prozess ist auch kein Problem mit den Kommentatoren, sondern mit einem Unternehmen, dass überzogen reagiert und durch seine Reaktion erst ein Problem schafft, wo keines ist. Die Moderation der Kommentare ist eine individuelle Entscheidung, die jeder selbst treffen sollte. Das Internet bietet den asynchronen Dialog, wo einer schläft und ein anderer einen Kommentar schreibt. Und nur weil ein paar dutzend namentlich bekannte Blogger sich herabließen und die Lamentei kommentierte, ist das noch lange keine Angabe zur Quantität des namentlich bekannten "patizipativen Web". Mein herzliches Beileid zum gefühlten partizipativen Web (=elektronischen Leserbriefschreibern in den Kommentaren zu Onlinezeitungsberichten), das sicherlich in Teilen viel Arbeit macht und recht lästig sein kann. Wenn man darüber Klagen will, bitte. Es wäre nett, das restliche partizipative Web außen vor zu lassen, zumindest würde es von Qualitätsjournalismus zeugen, wenn man hier die Perspektive behalten kann.

Das neue UNS

UNS muss neu definiert werden. Das maschinelle UNS hat noch keine klaren Regeln und bricht die Regeln des alten uns ...

youTube-Direktlink: The Machine is Us/ing Us

Die Maschine benutzt uns? Nur weil der Gebrauch einer Maschine zu neuen Regeln führt und zu einem veränderten Verhalten kann man wohl kaum behaupten, dass die Maschine uns benutzt. Eine Maschine — auch wenn die Algorythmen noch so ausgereift und clever sind — ist und bleibt eine Machine ein seelenloses Ding, das von Menschen erdacht und dessen Gebrauch von Menschen bestimmt ist. Zu Glauben, dass die Maschine uns gebraucht zeugt dann doch etwas von Realitätsverlust. Nur weil man den Menschen am anderen Ende der Tastatur irgenwo an einem Knoten auf dieser Welt nicht sieht, nicht weiß wann, wie und warum Spuren auf Datenspeichern hinterlassen wurden, heißt das nicht, dass diese Spuren nicht das Resultat menschlichen Handelns sind.

Wir bestimmen die Regeln. Stellt sich lediglich die Frage wie unabhängig und bewußt die Regeln aufgestellt werden. Wie durchdacht Dinge iniziert werden und wie weit sich die Konsequenzen voraussehen lassen.

Zu allen Zeiten war neue Technologie mit einem Lernprozess der soziologischen Prägung verbunden. Emotional betrachtet gebe ich dem Titel schon eher recht. "Die Maschine hat uns."

Bedeutungslos oder bedeutsam

Mein Name ist bedeutungslos. Ich stamme nicht von den Cäciliern ab auch bin ich kein Unterpfand. An meinen Namen knüpften meine Eltern keine Erwartungen. Die Wahl wurde phonetisch getroffen. Der hübsche Klang war ausschlaggebend. Ist das nun das Ende der Geschichte oder Anfang der Geschichte. Ich habe meine Person und meine Geschichten an den Namen geknüpft. Als nichthistrorische Figur oder Figur von geringem öffentlichen Interesse, werden mit mir die meisten der Geschichten, die ich mit meinem Namen verbinde, aus der Welt entgültig verschwinden.

Nun bin ich ein Individuum, dessen soziologischer Kontext bis ins kleinste Dokumentiert ist. Ich kann aus dutzenden von Quellen entnehmen, wie das Leben einer deutschen Frau im Schwäbischen verläuft. Welche kulturelle Vergangenheit mein Denken und meine Kultur heute prägen. Welche Politik von der Mehrheit meines Volkes durch gewählte Volksvertreter das Geschehen beherrscht.

Ein Stück meines Weltbildes wollte ich heute Nacht erweitern. Ich war auf der Suche nach der Perspektive des nordamerikanischen Indianers. Ausgangspunkt war der Eigentumsbegriff. Immer wieder wenn man den Eigentumsbegriff diskutiert, stößt man auf die indianische Sichtweise, dass Land niemand besitzen kann.

Mit Hilfe der Sonne wurde die Erde geschaffen. Die Erde und ich, wir sind eins. Der Eine, der das Recht hat, über das Land zu verfügen, ist der Eine, der es geschaffen hat.
(Chief Joseph)

Das klingt sehr romantisch und ist tierisch bedeutungsschwanger. Wow! Wie aber haben Indianer gelebt? Waren diese nicht auch in Stämmen unterteilt, die in bestimmten Gebieten lebten und gab es nicht Kämpfe unter den Stämmen, wer über die Ressourcen des Landes verfügen kann, wer darauf leben, wandern und jagen darf? Und schon klingt der Satz wie das MamboJambo unserer Philosophen und Kirchenfürsten und hat wenig mit der Realität zu tun. Diesen Gedanken verfolgt, wollte ich wissen, was Indianer von ihrer Geschichte erzählen. Doch es scheint, dass im Internet nur wenig zu finden ist. Allein schon losgelöst von dem Wort Indianer eine Selbstauskunft im Netz zu finden, ist nicht so einfach wie ich es erwartet hätte. Überall begegnet man der Sichtweise des weißen Mannes, den Missionaren und Kolonialisten, der weißen Eroberer. Sioux ist das Schimpfwort der Franzosen für die Lakhota. Es hat einige Klicks gedauert, bis ich auf der offiziellen Seite der Lakhota ankam. Denn allgemein wird das "h" nicht mitgeschrieben. Angekommen auf der offiziellen Seite der Lakhota auch bekannt unter der "Bezeichnung" Sioux, findet man schließlich die Geschichte der Sioux, wie sie von Microsoft erzählt wird. Ausgehend von der Site, scheinen die Lakhota kein Interesse zu haben, ihre Geschichte zu erzählen. Das Authentischste, das ich auf der Site entdecken konnte, war das Wörterbuch. Bemerkenswert ist, dass die Sprache der Lakhota zwischen Mann und Frau unterscheidet. Sie verwenden unterschiedliche Endungen.

Im übrigen scheint alle hauptsächlich Folklore zu sein. Vorläufig werde ich mich also mit meinem Kalr May und Holliwood getrübten Bild vom nordamerikanischen Indianer begnügen.

Es wäscht Kartoffeln / sie waschen Kartoffeln

Die Entstehung einer Kultur.

Die Makaken von Koshima erhielten irgendwann in den fünfzigern von der sie beobachtenden Forschergruppe Süskartoffeln und Körner. Dies tat man um die Makaken von den Feldern der Bauern fernzuhalten und wohl damit die Tötung vieler Affen zu verhindern und auch um die Makaken besser beobachten zu können.

Auf Koshima legte man das Futter an den Strand in den Sand. Irgendwann war wohl einem der jungen Weibchen das Knirschen des sandes zwischen den Zähnen zu viel und begann die Süßkartoffeln zu Waschen. Während altersgenossen schneller diese Tätigkeit adaptierten, taten sich ältere schwerer damit.

So'n neumodischer Kram, wozu? Aber ein paar alte Makaken mussten es wohl doch einmal ausprobieren und fanden das Ergebnis gut. Die Zahl der Makaken, die ihr Essen wuschen nahm zu und irgendwann waren die Jungtiere erwachsen und lehrten den Umgang mit den Früchten — natürlich zählte das Waschen der Nahrung dazu.

1962 als in der Quelle der Beobachtungszeitraum endete wuschen 2/3 der Population die Frücht, darunter fast alle Jungmakaken. Es ist nicht schwer hier eine Prognose zu erstellen. Mit jedem altersstarrsinnigen Silberrücken der Stirbt wird sich das Verhältnis zu gunsten der Wäscher entwickeln, bis diese die gesamte Population ausmachen.

Der gepflegte Affe wäscht seine Süßkartoffel.

Quellen: Weltbild: Der hundertste Affe und eine Leseprobe aus Werkzeuge und Wissen: Die Geschichte der Technik und der Wissenschaft" und in BR3 Schulfernsehen: Tiergesellschaften - Sozialverhalten bei Tieren

Vorallem die Lernresistenz der Alphatiere, der alten männlichen Silberrücken, wird heute gerne als Beispiel für die Lernresistenz im Vorstand / Konzernführung angeführt. Es ist bezeichnend für den fehlenden Wir-Sinn in der Führungselite, die sich hirarchisch über der produktiven Gruppe betrachtet und nicht mehr Teil der Gruppe mit besonderer Funktion.