Wahlen stehen an …
... und ich habe das Gefühl wir wählen unabhängig was wir wählen Regen oder Traufe. Das hängt generell an dem was wir — die Gesellschaft — für ein akzeptables Verhalten betrachten und der Tatsache, dass schon seit langem der Macht des Geldes keine ernstzunehmende Opposition entgegen steht. Erschwerend kommen einige Glaubenssätze hinzu, dass Unternehmer besonderen Regeln unterstehen. Deren oberste Aufgabe ist der Gewinn des Unternehmens, alles andere kommt erst lange nach dem Gewinn. Es fällt schwer Konzerne und international agierende Unternehmen in die Pflicht zu nehmen. Nur allzu leicht werden Zelte abgebrochen und anderswo in der Welt wieder aufgestellt. Und damit ist jeder Staat erpressbar. Erpressbare Politik ist nicht funktionsfähig. Selbst ehrbare Politiker (ich bin mir nicht sicher, ob es so etwas gibt ...) werden Opfer des Pragmatismus. Am Ende zählen nur Taten und keine Wahlversprechen.
Als Schröder unser Kanzler war, haben viele Unternehmen Äufträge zurückgehalten und offen ausgesprochen, dass vom Deutschen Wähler erwartet wird, dass die Politik sich ändert, will man wieder den Geldstrom ins Land genießen. Unter dem Druck Gewinn zu machen, Macht zu erhalten und zu mehren, gilt ein extrem destructiver Grundsatz:
[...] the elite should use deception, religious fervor and perpetual war to control the ignorant masses.
Das Zitat wird von Shadia Drury, in Leo Strauss and the American Right (1999) Leo Strauss zugeschrieben und ist massenhaft im Netz bei Bush-Kritikern zu finden.
Es ist leider nicht wichtig ob Strauss das gelehrt hat oder nicht und ob es die Jünger sind, die diesen Satz leben. Wichtig ist, dass er gelebt wird und wir Politiker und Unternehmens- ...Konzernführer und Pressemagnaten ertappen, in dem was sie uns — der Gesellschaft — antun.
Wenn ich nun via Holgi in Twitter, via fefe auf einen Text im Parteibuch stoße, bei dem einem grünen Politiker die Zugehörigkeit gewisser Machtzrentren und Kriegstreibern angelastet wird, dann habe ich kein Problem das zu glauben, aber genauso gut halte ich es für möglich, dass der Politiker es ernst meint mit seinem Gewissen und ein Spion des Friedens der nach dem "Strauss'schen Grundsatz" handelt ... je nach dem wer hier schreibt und was wer wie glauben will. Ich weiß nicht was gespielt wird. Grundsätzlich glaube ich, dass Parolen der Parteien Menschen anzieht, die glauben möchten, dass das was in den Parolen steht irgenwann einmal umgesetzt werden _könnte_" Entsprechend halte ich dem Parteibuch seine Parteizugehörigkeit und damit Parteilichkeit entgegen und gestehe dem Politiker "the benfit of the doupt" zu, nämlich dass seine Zugehörigkeit jener Gruppen und Clubs besteht um die Arbeit der Grünen dort von innen zu betreiben und die Grünen generell in the Loop zu halten ... also aus purem Pragmatismus um überhaupt Politik machen zu können.
Am Ende werden wir aber erst wissen, was Sache ist, wenn es zu spät ist.
-Stichworte: Interessen, Lügen, Macht, Parteilichkeit, Politik
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Konterpropaganda 


August 22nd, 2009 09:02
ich glaube es ist egal ob spd oder cdu. das ist doch ein und das selbe. selbst die grünen haben, nachdem sie an der regierung waren dem krieg zugestimmt.