Robert griff ein Stöckchen zum Thema Schule auf und bekennt, dass seine schlechteste Note 5- war. Das Stöckchen Bildungsfragen will ich nicht aufgreifen, doch die erste Frage nach der schlechtesten Note brachte dann doch die Erinnerung an eine Episode meiner Schulzeit hoch. Die Sporthalle wurde renoviert und statt den großen Garten für Sport zu nutzen oder die Sporthalle benachbarter Schulen zu borgen, verfrachtete uns die Sportlehrerin in ein Klassenzimmer und paukte Spielregeln. Nicht dass Sie dabei uns irgend etwas neues beigebracht hätte. Ich für meinen Teil hielt diese Zeit für die höchste Stufe der Zeitverschwendung und nicht nur ich. Entsprechend schwierig war der Unterricht für die Sportlehrerin. Was macht ein Lehrer, wenn er Daumenschrauben anlegen will? Er setzt einen Test an.
Das funktioniert in den meisten Fächern, nur nicht in jenen, die so oder so nicht zum Notendurchschnitt zählen und bei späteren Bewerbungen je jemand sehen wird. Man braucht wohl auch Eltern, denen schlechte Noten nicht fremd sind und deswegen nicht gleich einen Herzkasper bekommen. Ich hatte bis zur 10 Klasse (als jener Vorfall sich abspielte) meine Eltern gut durchtrainiert und sie schon mehrfach das Spektrum von sehr schlechter bis extrem guter Schülerin durchleben lassen. Ich war in Kunst sehr gut und Sport war noch nie mein Ding. Die Sportnote spielte damit absolut keine Rolle in meinem Schulleben.
Wenn es um Sport ging, dann hatte ich viele Kranktage und glücklicher Weise ein generelles Attest vom Arzt, das es mir erlaubte nach Laune in Sport Blau zu machen. Ich saß oft auf der Theaterbühne in der Sporthalle und sah zu, wie sich die anderen abstrampelten. Langer Rede kurzer Sinn. Ich war nicht sehr beliebt bei der Sportlehrerin. Erschwerend kam hinzu, dass ich mein loses Mundwerk hier und da nicht halten wollte. Wer will schon in knochentrockenem Ton von der "Niete aus den hinteren Reihen" hören, dass das abkaspern vergebene Liebesmüh sei und man Teenager der 9. Klasse mit lahmen Disziplinmaßnahmen nicht beikommen kann.
So wie die Bemerkung von der Theaterbühne mir damals einen der zornigsten Blicke von einem Lehrer in meiner gesamten Schulkarriere bescherte, so brachte ich eben jene Lehrerin mit dem Testergebnis wohl zur Weißglut. Als ich ihren disziplinarischen Test, den ich mit der Note 1 in halber Zeit hätte abschließen können, nicht ernst nahm und quasi verweigerte. Ich beantwortete alle Fragen bis auf eine mit offensichtlichem Nonsense.
Es war meine erste Sechs Minus. Ein neuer Schulrekord für mich und was musste sich die arme Sportlehrerin wohl geärgert haben, als ich trocken logisch Widerspruch einlegte und sie die 6- zurücknehmen musste und nicht einmal eine 6 vergeben konnte, schließlich hatte ich mich bequemt und eine Frage korrekt beantwortet.