Monopolisierung von Geschichte und Kultur
Es gibt Dinge, die ich nicht nachschlage. Doch es scheint die Hüter der Patente und Marken sehen keine Probleme darin, Eigennamen von berühmten Künstlern Firmen zu übereignen oder Symbole und Insignien ehemaliger Regierungen und Armeen.
Am Wochenende habe ich eines der gemeinfreien Selbstprotraits von Vincent van Gogh in ein T-Shirt-Motiv für den Plottdrucker überführt.

Geplant als Teil einer Serie historischer Figuren als T-Shirt-Motiv, staunte ich nun nicht schlecht, als mir das Motiv bezüglich Copyrightverletzungen abgelehnt wurde.
Das Motiv habe ich von dem folgenden Bild abgeleitet (eine Mischung aus Abpausen und nachbearbeiten):

Das Bild selbst ist Gemeinfrei und alle Arbeiten, die davon abgeleitet werden haben natürlich eine frappierende Ähnlichkeit. Neben dem Selbstportrait bei dem Van Gogh sein Ohr bereits abgeschnitten hatte, zählt es zu den bekannteren Portraits. Kann also die Ableitung eines so bekannten Kulturgutes, das per Gesetz keinen Schutz mehr genießt, erneut Monopolisiert werden. Ich hoffe nicht, zumindest konnte ich keine Bildmarke finden. Erschreckend genug fand ich, dass ich den Namen "Vincent van Gogh" in Form einer Wortmarke fand.
Der Name Vincent van Gogh ist markenrechtlich in mehren Klassen geschützt, wenn auch nicht _mehr_ in der Klasse für Textilien. Wer Vincent van Gogh im Zusammenhang mit Computer vermarkten will, der wird sich mit einem Markeninhaber auseinandersetzen müssen.
Ich kann die Verantwortlichen in Patentämtern nicht verstehen und auch nicht die, die die Richtlinien und die Aufsicht über Patentämter haben. Monopolisierung heißt immer die Macht in die Hände weniger geben. Wie einst die Zollschranken des Mittelalters, sind das die Ketten der Wirtschaft. Markenrecht ist ein Plage geworden.
Update: Vincent ist nun schon eine Weile auf dem Marktplatz. Zeit den Link hier nachzutragen: I proudly present, Ladies and Gentleman => Vincent van Gogh als T-Shirt-Motiv für den Plottdruck.




Konterpropaganda 

