Archive for June, 2008

Monopolisierung von Geschichte und Kultur

Es gibt Dinge, die ich nicht nachschlage. Doch es scheint die Hüter der Patente und Marken sehen keine Probleme darin, Eigennamen von berühmten Künstlern Firmen zu übereignen oder Symbole und Insignien ehemaliger Regierungen und Armeen.

Am Wochenende habe ich eines der gemeinfreien Selbstprotraits von Vincent van Gogh in ein T-Shirt-Motiv für den Plottdrucker überführt.

T-Shirt-Motiv mit einem Selbstportrait von Vincent von Gogh

Geplant als Teil einer Serie historischer Figuren als T-Shirt-Motiv, staunte ich nun nicht schlecht, als mir das Motiv bezüglich Copyrightverletzungen abgelehnt wurde.

Das Motiv habe ich von dem folgenden Bild abgeleitet (eine Mischung aus Abpausen und nachbearbeiten):

Selbstportrait Vincent van Gogh

Das Bild selbst ist Gemeinfrei und alle Arbeiten, die davon abgeleitet werden haben natürlich eine frappierende Ähnlichkeit. Neben dem Selbstportrait bei dem Van Gogh sein Ohr bereits abgeschnitten hatte, zählt es zu den bekannteren Portraits. Kann also die Ableitung eines so bekannten Kulturgutes, das per Gesetz keinen Schutz mehr genießt, erneut Monopolisiert werden. Ich hoffe nicht, zumindest konnte ich keine Bildmarke finden. Erschreckend genug fand ich, dass ich den Namen "Vincent van Gogh" in Form einer Wortmarke fand.

Der Name Vincent van Gogh ist markenrechtlich in mehren Klassen geschützt, wenn auch nicht _mehr_ in der Klasse für Textilien. Wer Vincent van Gogh im Zusammenhang mit Computer vermarkten will, der wird sich mit einem Markeninhaber auseinandersetzen müssen.

Ich kann die Verantwortlichen in Patentämtern nicht verstehen und auch nicht die, die die Richtlinien und die Aufsicht über Patentämter haben. Monopolisierung heißt immer die Macht in die Hände weniger geben. Wie einst die Zollschranken des Mittelalters, sind das die Ketten der Wirtschaft. Markenrecht ist ein Plage geworden.

Update: Vincent ist nun schon eine Weile auf dem Marktplatz. Zeit den Link hier nachzutragen: I proudly present, Ladies and Gentleman => Vincent van Gogh als T-Shirt-Motiv für den Plottdruck.

Ein feuerroter Fluß in grüner Hölle

... oder doch nur der Luxus eines geknüpften persischen Teppichs in einem surrealen Setting.

Es geschieht nicht sehr oft, dass mich ein Bild vom Fleck weg absolut fasziniert. Ich kann nicht sagen, dass die Bilder der Fotografin Rosemary Laing durchweg so begeistern, wie das Werk, das ich im KKL in Luzern entdeckte und einfach gigantisch finde. Sie hat sehr starke Bilder, wie das Bild einer Frau im Brautkleid, die in den blauen Himmel eintaucht. Andere sind nur Chaos, zumindest wirken sie nicht in Briefmarkengröße. Nach Werken von Rosemary Laing Ausschau zu halten lohnt sich. Schade dass ich kein Fotoblog von Ihr entdecken konnte.

Weblogs und der Dialog

Die Szene beschäftgt sich aktuell wieder einmal selbstreferenziell mit Weblogs. So greift Thorsten Ulmer Diskussionspunkte einer Session von Robert Basic und Heiner Wittmann auf dem Barcamp Bodensee jetzt vom letzten Maiwochenende 08 auf.

Ist das Modell Blog gescheitert

Die Überschrift verleitet dazu den Beitrag zu ignorieren. Ist es doch eine pauschalierte und recht plumpe "Provokation" und verdient sich die Erwähnung durch die Verlinkung bei Robert und dem Weglassen der Referenz auf die Session.

Das Meiste hatte ich erst kürzlich im KMU-Blog erwähnt: Der eigentlich-Nutzen von Web 2.0, das heißt ich schenke mir die Wiederholung an dieser Stelle und darf bequem darauf verweisen.

Der Beitrag "Zum Stand der Profesionalisierung" bezieht sich nicht auf den Beitrag von Thorsten Ulmer und so gesehen ist es keine Diskussion von These und Gegenthese bei der zwei _miteinander_ mit gegenseitigen Bezügen,mit Wort und Widerwort, ein Thema auseinandernehmen und ggf. wieder zusammenfügen. Wenn Robert die beiden Beiträge als ein Beispiel eine Blogdiskussion verlinkt, dann erzeugt erst sein Beitrag eine Virtuelle Diskussionsrunde mit zwei unfreiwilligen teilnehmern. Doch was soll's. Das ist ein Stück Freiheit eines selbsternannten Blogmoderator, so wie der PM-Blog (Warum Corporate Blogs scheitern.) Gelesenes aufgreift und über das Zitat in seinem Weblog den Dialog zunächst ohne das zutun der Teilnehmer kreiiert.

Es ist einer der schönsten Aspekte des Bloggens: Gesprächsräume und Dialoge erzeugen, die erst durch die Syndizierung in einem dritten Blog eine eigene und spannende Qualität erhält.