[selbstzensur] k[selbstzensur]s ./. rebell nerdcore

Jaja. Mit der Meinung und den freien Gedanken ist das so eine Sache. Ich liege noch ein wenig unter dem Tisch und halte mir vor Lachen den Bauch. Nicht weil ich es witzig finde, dass der Nerdcore Rene 3 ½ Kilo Ocken in Richtung des Topfes des Internetkochbuch-Fotodesigners werfen solle, sondern

  • weil ein "Experte" vollmundig die erfolgreiche Abwehr ausschließt und zwei Kommentare später kleinlaut Inkompetenz offenlegt,
  • weil zum Schutze des Bloggers Zurückhaltung geübt wird, nicht aber ohne dabei eine Vorstellung davon zu geben, was man denn von den [selbstzensur] Abmahnkochfotodesigner[selbstzensur] so halte und die unausgedrückten Gedanken mit all den spontanen Gedanken gefüllt werden können, die einem so in den Kopf schießen, wie:

Auf die Frage in Kommentar 69 dem kleinlauten "Experten":

Entschädigung? Wofür das denn?

Wurde nicht in jenem Weblog berichtet, dass die klagende Partei im letzten Rechtsstreit nicht so glorreich abschnitt? Ist da nicht noch eine Rechnung, die bezahlt sein will? Wer sähe es nicht gern, wenn am Ende die Beklagte Seite für die Zeche aufkomme? Wird da nicht jede Vorlage auf die Verwertung geprüft und bei gegebenen —wenn auch vielleicht relative — Erfolgschancen genutzt?

Wie das so im Leben ist: Hier ist es öffentlich und verschriftet, archiviert und damit werden dem Ausdruck der Gedanken sehr enge Grenzen gesetzt. Schon die ironisch gesetzten "[selbstzensur]" und die Fragen können hier zuviel sein und für einen Abmahnung verwendet werden, zumindest las ich als kleinlaute Nichtexpertin und Leserin der Wikipedia so etwas irgendwo, irgendwann nicht in der Wikipaedia sondern auf dem Blog eines Rechtsanwaltes.

Sowas ist am Ende immer grenzgängig und sicher eine nicht unbeachtliche Gefährdung des gemeinen Bloggers in Feld, Wald und Wiese. Es sind die [selbstzensur] K[selbstzensur]s dieser Welt, die die Onlinekommunikation so verleiden und so kompliziert machen. Mit jeder Abmahnung hämmern Sie einen Nagel in den Sarg der freien Meinung und dem Austausch von Informationen.

Wo ist der Unterschied, ob ich einen Link setze, das Bild wiederhole oder nur textlich über eine Fundstelle berichte wobei mir als Nutzer sogar schon ein Addon zur Verfügung steht, bei dem jene nicht verlinkte Uri wieder zum klickbaren Link wird. Jene Person, die durch auffälliges Verhalten und der Bereitschaft sich durch und von Medien zum öffentlichen Objekt zu machen, das öffentliche Interesse also noch nach eigenem Willen zu füttern, erst das erzeugt, was dann per Anwalt und mit Forderungen bekämpft.

Soweit es meine Gefühle anbelangt, so hat Herr Knieper (nach diesem Bericht: http://www.daserste.de/mediathek_blank/play.asp?cid=16833 im Fernsehen) keine Entschädigung verdient, wenn kurz darauf sein Bild aus dem Bericht in nach meinem Empfinden so harmlosen Zusammenhang mit dem Bericht erscheint. Ich drücke fest die Daumen, dass das Katzenpfleger-Urteil auch in diesem Fall eine Entsprechung finde.

[Nachtrag]

Die Kriegserklärung k[selbstzensur] ./. Anonymous

Im Kommentar sprach ich bereits vom Fehdehandschuh. Der Fehdehandschuh war offensichtlich mindestens einem User nicht aussreichend. Im Fall Kniepers gibt es die klare und eineindeutige Kriegserklärung: http://www.youtube.com/watch?v=A_xaMSMZ7CA
[Wie im Heise-Urteil im Kampf Presse gegen Unterhaltungsindustrie zum Thema freie Berichterstattung und CD-Kopiersoftware-Hersteller-URIs gelernt, wird nicht verlinkt (*Augenroll* Technikverständnis der urteilenden Richter *Augenroll*) sondern eben berichtet. Der Grad der Zugänglichmachung ... da ist sie wieder die Gratwanderung. (Bequemlichkeit des Klicks siehe oben)] Ich gehe davon aus, dass bei Youtube bereits ein Antrag auf Löschung des Videos vorliegt. Ich bin ebenso überzeugt, dass schon jetzt sich dieses Video verbreitet wie ein Lauffeuer und auf youTube unter diversen Titeln immer wieder auftauchen wird und auch in anderen Portalen so manche Kopie eingestellt wird. Das Internet ist ein Augeias-Stall, wer ihn Fegen will, wird niemals fertig.

Kriegserklärung via http://weblogger.joaquinenriquez.com/ (Verlinkung siehe Heise-Urteil und weiter -2-, -3-, ...)

Eines ist klar, dass der Unmut in Sachen Abmahnung im Netz wächst und wer keine hinreichenden Maßnahmen unternimmt, Nutzer vor der unwissenden rechtlich missbräuchlichen Verwendung von urheberrechtlichen Materialien zu schützen und massenaft abmahnt ins Visier gerät, nachvollziehbar. Ich [selbstzensur] ...

... distanziere mir selbstverständlich allein aus rein formaljuristischen Gründen und so weiter und so fort.

Den Film zu publizieren und öffentlich zugänglich zu machen, ist sicherlich heikel, auch in einer Berichterstattung und einem art Feuilleton-Kommentar wie es dieser Blog-Beitrag darstellt. Doch bin ich der Meinung, dass alles seine Grenzen hat und manchmal nicht die Solidarerklärung wichtig ist, sondern die Aufklärung und die Auseinandersetzung mit der Kommunikationsform, mit deren Phänomenen und der Widersprüchlichkeiten, die sich aus dieser neuen form der Komunikation ergeben. Den Blogs sind Gespräche und man tauscht das "Fußballsammelbildchen" eben aus dem Google-Topf wie damals auf dem Schulhof. Das hat etwas mit Gefühl zu tun und nur sehr wenig mit Recht. Dazu machen es die Kniepers, wenn sie nicht unterscheiden gelernt haben oder sich bewusst und berechnend einen feuchten Dreck drum scheren.

An anderer Stelle lesenswert:

Zum Aufruf des letzten Beitrages Thema Lebensmittelfotos, hier ist der Denkfehler den ich schon machte, es geht darum nicht nur Bilder zu liefern sondern auch das Portal dazu, denn meine Idee Warnbilder per Google-Bombing auf die vorderen Plätze zu schicken scheiterte genau an dem Punkt. Es ist nicht die Qualtität der Bilder, sonst hätte das knieper'sche Tun nicht diesen google-Erfolg. Es ist das drum herum, das ausgerechnet diese Bilder so weit vorn in den Suchergebnissen erscheinen.

Nachtrag: in diesem Zusammenhang: Fotos zum Thema Kochen auch auf Kochbuchfotos

Technorati-Stichworte: , , , , , , , ,

Silkester.de-Stichworte: , , , , , , , ,

Abgelegt unter: Plagen, Verhaltensmuster, Über Weblogs

12 Responses to “[selbstzensur] k[selbstzensur]s ./. rebell nerdcore

  • 1
    Wikipedia » [selbstzensur] k[selbstzensur]s ./. rebell nerdcore
    February 8th, 2008 08:23

    [...] Silkester erzählt wrote an interesting post today on [selbstzensur] k[selbstzensur]s ./. rebell nerdcoreHere’s a quick excerpt[selbstzensur] k[selbstzensur]s ./. rebell nerdcore Februar 8th, 2008 Jaja. Mit der Meinung und den freien Gedanken ist das so eine Sache. Ich liege noch ein wenig unter dem Tisch und halte mir vor Lachen den Bauch. Nicht weil ich es witzig finde, dass der Nerdcore Rene 3 ½ Kilo Ocken in Richtung des Topfes des Internetkochbuch-Fotodesigners werfen solle, sondern weil ein “Experte” vollmundig die erfolgreiche Abwehr ausschließt und zwei Kommentare später kleinlaut Inkompetenz offenlegt, weil [...]

  • 2
    Boris
    February 8th, 2008 10:36

    Das gilt ja nicht nur im Online-Leben. Mir begegnen auch im “echten” Leben ständig Leute, die besser nicht erfahren, was ich von ihnen denke oder gerne mit ihnen tun würde. Wenn ich wollte, wie ich theoretisch könnte.

    Insofern sehe ich es gar nicht als so schlimme Art von Selbst-Zensur, in diesem neuerlichen Fall der Erkenntnis, wie desaströs verkommen unser Rechtssystem mittlerweile ist, mich mit klaren Positionen gegenüber dem Verhalten und der bestimmter Personen zurückzuhalten. Im Grunde geht es diese Leute doch auch gar nichts an, oder?

    Öffentlich verantwortlich gemacht und entsprechend wütend adressiert gehören m.E. vielmehr vorrangig diejenigen, die verantwortlich (eben!) dafür sind, dass dieses Rechtskonstrukt der Abmahnung erstens so ist, wie es ist, und zweitens offensichtlich auch so bleiben soll, wie es ist.

    Un das sind bekanntlich mehr oder weniger gewählte Politiker, die mit dem Schlappen aus ihren Ämtern gejagt gehören.

  • 3
    Foodbilder von der Huettenhilfe
    February 8th, 2008 12:13

    [...] Aus aktuellem Anlaß: Plus Minus bei der ARD und Textform des Bericht Reine PR Strategie Abmahnung wegen Screenshot Kurz und bündig Selbstzensur [...]

  • 4
    Silke Schümann
    February 8th, 2008 16:03

    @Boris
    Die Qualität ist doch eine andere. Das “sich-Begegnen” findet im Internet ja nicht statt, da ist es ein sehen und gesehen werden von Internet-Ende zu Internet-Ende und es geht auch nicht so sehr um das verwenden eindeutiger Schimpfworte, sondern um das Ratschen, wenn man z.B. in der Kaffeeecke etwas zu laut über den ungeliebten Chef ablästert oder sich über ungeliebte Entscheidungen/Dinge im näheren Umfeld auslässt.
     
    Im Internet ist es die Distanz, die überhaupt ein [selbstzensur] Name der Opposition aufkokmmen lässt, denn dieser Lückenfüller wird von keinem mit mit Komplimenten aufgefüllt, nicht gedanklich nicht im mündlcihen Gespräch mit anderen.
     
    Im Internet geht es weiter, schließlich geht es darum, dass eine für fragwürdiges Verhalten “stadtbekannte” Person in vielen “Schüler-” und “Vereinszeitungen”, “Memoiren im Kleinverlag” eben in Weblogs erwähnung findet, weil es eben nicht “Schüler-” und Vereinszeitungen” oder Memoiren sind, sondern Gespräche in der Schriftform.
     
    Diese Mischung ist es, die ich als so witzig und surreal empfinde.
     
    Nirgendwo sonst wird der Lude, der Baumogul, der Knauser, unbelehrbare Streithahn, der Wichtigtuer, der übereitle Fatzke, der ruchlose Bauernfänger so offen mit der Haltung und der allgemeinen Volksempörung , konfrontiert.
     
    [selbstzensur] ist kein aufgesetztes Lächeln, das man bei einer Begegnung im realen Leben trägt und sich eben seinen Teil denkt. Das ist schon eher ein Fehdehandschuh, der von Kavalier zu Kavalier vor der versammelten Gesellschaft dem, der verfehlt hat (die Ehre verletzte, Betrog, …), für das Fehlverhalten um die Ohren geschlagen wird.
     
    Auch ist es der Grad der Zensur und Selbstzensur, der ein anderer ist. Die Vermischung von Privatheit und Öffentlichkeit, die Qualität eines Stammtischgespräches im Bewusstsein, dass dieses aufgezeichnet wird.
     
    Und der zweite Aspekt die Schwarmintelligenz, bei der sich quasi die Nachbartische mit Fachwissen und Meinungen sich am Stammtischgespräch ungeladen beteiligen und am Ende gar das Gesprächsthema und sein Rechtsvertreter mitten in der Runde auftaucht und die staatliche, unzureichende Regelung für diese neue Form der Konversation vorlegt. Am Ende muss sich das Gesprächsthema nicht selten gefallen lassen, was geschrieben wurde, weil es am Ende amtlich ist, dass er eine Person der Zeitgeschichte ist, das öffentliche Interesse doch über den Interessen seiner Privatspähre steht und er sich besser mit seiner fleckige Weste arrangiert.
     
     
    Apropos Zivilrecht und was Unrecht ist
    Im Zivilrecht ist ein Bauernfänger erst ein Bauernfänger, wenn dies erfolgreich vor Gericht vom Richter festgestellt wurde. Im Zivilrecht ist ein Unrecht erst ein Unrecht, wenn der Urteilsspruch gefallen ist und ein Urteil fällt nur dann wenn es die zivilen Parteien darauf anlegen. Ein Umstand den man nicht vergessen sollte. Noch hat Nerdcore kein Persönlichkeitsrecht verletzt. Im wurde es nur vorgeworfen. Noch haben Kniepers niemanden zu zivilrechtlich rechtsbrüchigen Handlungen verführt und einen Zivilrechtslage in unmoralischer Art und Weise zum Geschäftsmodell gemacht. Nicht weil dem nicht so sei oder nicht sei, sondern weil noch kein Richter in letzter Instanz dies in Wort und Schrift festgestellt hat. Nur deswegen und wirklich nur deswegen ist es noch nicht so, unabhängig von jedem Volksempfinden. Ergo bedarf es der [selbstzensur] und des Gebrauchs von ganz besonderen Sprachkonstruktionen, den Umschreibungen, den Andeutungen … am Ende weiß jeder was gemeint ist und hat es in Wort und Schrift, was hätte der Richter bereits sein Urteil gesprochen erst öffentlich oder nicht öffentlich gemacht werden darf.
     
    Auch das hat enormen Witz. Sicherlich einer der Gründe, warum es nun in der anglikanischen Sprache das Wort “Schadenfreude” eingeführt wurde. “Schadenfreude” und Gafferamüsement sind im Internet in etlichen Blog-Beiträgen die die Würze der Lektüre.

  • 5
    Joaquin
    February 8th, 2008 16:48

    Man ist da wirklich verleitet, sich angesichts der trägen Politik welche auf derlei Veränderungen viel zu langsam reagiert, seine Seiten im Ausland zu hosten um dieser verdrehten Rechtslage hier zu entkommen.

  • 6
    24stunden.de » Und abgemahnt…
    February 8th, 2008 18:24

    [...] [selbstzensur] k[selbstzensur]s ./. rebell nerdcore [...]

  • 7
    Aubertin
    February 9th, 2008 06:06

    Es ist zwar schrecklich nebensächlich, doch ich möchte zumindest darauf aufmerksam gemacht haben:

    «Im Kommentar sprach ich bereits vom Federhandschuh. Der Federhandschuh war offensichtlich mindestens einem User nicht aussreichend.»

    Der Handschuh mag zwar trotz seiner thematischen Gewichtigkeit federleicht sein, aber es handelt sich hierbei um einen FEHDE-Handschuh, also jenen, dem man dem potentiellen Gegner einer Fehde zuwarf, um ihn zum Kampf aufzufordern.

    Doch das stammt ja aus der Zeit, als man sich ritterlich mit dem Florett prügelte. Das trifft ja in den erwähnten Fällen nicht zu.

    Und der Augeas-Stall ist der Stall des Augias.

    Und was, bitte, ist «anglikanische Sprache»?

    Wie heißt es so «schön» und hier und im Netz so gerne: Augenroll …

  • 8
    Silke Schümann
    February 9th, 2008 14:09

    <schnippisch>
    Anglikanischen Sprachen sind die Sprachen, die auf die Sprache der Angeln zurückgehen, zu dem u.a. das Plattdütsch zählt vorallem aber alle Varianten des Englischen.
     
    Wenn schon korrigieren, dann doch richtig: Augeias
    Danke für den Hinweis, wobei Augeas eine durchaus gängige Schreibweise ist wenn auch nicht unbedningt im Deutschen. ;-)
     
    Feder statt Fehde …ups … auch hier befinde ich mich in großer Gesellschaft, von Menschen, die das gern und oft falsch machen und wie die meisten, wurden ich auf den Fehler mehr als einmal aufmerksam gemacht. In jedem Fall auch hier ein Dankeschön. Vielleicht merk ich mir das diesmal für das nächste Mal …
     
    *Augenroll* ist im Internet sicherlich populärer als andernorts, doch schon als ich noch viele viele Brieffreunde hatte und Briefe mit einem Füller auf Papier verfasste war “Augenroll” immer dann im Text, wenn ich in der Schriftsprache in einem expressionistischen Schreibstil etwas Körpergestik einführte.
     
    Ich weiß, nebensächlich, … offtopic. </schnippisch>
     
    Spaß bei Seite: ich bedanke mich für die Hilfestellung. Ich liebe diese Form der Schwarmintelligenz

  • 9
    Aubertin
    February 10th, 2008 07:24

    Ich will das ja nicht weiter vertiefen – aber Kritik hin, Kritik zurück. Augeias ist selbstverständlich die korrekte, auch in anderen Sprachen gültige Schreibweise. Doch da hier und im allgemeinen ein wenig auf große Gesellschaft des Deutschen und deren sprachlichen Eingemeindungen abgehoben wird, habe ich auch den eingedeutschten Augias bemüht.

    Und noch ein zu zählendes Erbschen: Anglikanisch, so wie Sie es verwenden, ist insofern nicht so ganz falsch, als es sich aus dem Lateinischen ‹anglicanus› ableitet. Doch der Begriff an sich, wie er durchweg angewandt wird – und zwar im allgemeinen Sprachverständnis – ist eindeutig der Anglikanischen Kirche zugeordnet. Das sagt mir auch meine 30bändige Brockhaus-Enzyclopädie, die ich ganz gerne aus dem Regal nehme, wenn ich in die Unsicherheit geschickt werde.

    Und das mit der Deutung des Plattdeutschen …? Ich weiß nicht so recht. Auf jeden Fall lehnen Sie sich da ein wenig aus dem Fenster. Denn noch nicht einmal die Sprachwissenschaft ist sich über dessen Herkunft einig. Richtig ist die teilweise Abstammung aus dem Alt(angel)sächsischen. Aber uneins ist man sich noch immer darüber, inwieweit das Friesische da noch mit hineingeredet hat. Außerdem wären da noch viele andere Einflüsse, von West(falen) bis nach Ost(thüringen), beispielsweise, ein bißchen Fränkisch noch dazu. Eine lange Geschichte des Niederdeutschen sozusagen. Und mein kluger alter Kluge erzählt mir gar noch was von einer «einfachen, nicht-stilisierten und nicht gehobenen Sprache». Und als «patois» wird sie ja wohl in der Regel auch verstanden (und gesprochen).

    Nun ist aber auch gut mit dem Augenrollen …

  • 10
    Silke Schümann
    February 10th, 2008 16:18

    Nun ja … ich habe nun mal “Anglistik” (tumpes deutsches Hochschulwesen, dass die einen Betriff wählten, der der anglikanischen Kirche zugeordnet wird) und nicht “Englisch” studiert, ergo begreife ich Varianten des Englischen als anglikanische Sprachen und nicht als englische Sprachen und fasse das Plattdütsch (gemäß dem was mich mein Professor lehrte) drunter. (Ehrlich gesagt, denke ich über anglikanisch oder englisch nicht viel nach, oft kommt einfach anglikanisch schneller als englisch in den Sinn) Wenn das Lexikon darauf nicht eingeht, dann kann ich _nix_ dafür. Meine Sprache kommt aus dem Leben und meinem Kopf und nicht aus dem Wörterbuch.

    Ageas ./. Agias ./. Augeias
    Ich persönlich ziehe ehrlich gesagt noch immer Augeas dem Augias vor, da ich nicht Aug_i_as oder Aug_ei_as denke und sage sondern Aug_e_as. Die meisten wissen, was ich meine und daher stört’s mich nicht wirklich, wenn ich das immer wieder falsch schreibe. Es steht in allen drei Schreibweisen für einen mächtig stinkenden, rießigen Stall, den nur ein Herkules durch Umleitung eines Flusses reinigen konnte. Es müssen also schon die Götter wieder einen Herkules hervorbringen, damit die aktuellen “Augias”-Ställe geputzt werden können.

    Sprache entwickelt sich und weder die Deutsche noch irgendeine andere Sprache und deren Sprachbewahrer konnen das verhindern. Angesichts der Tatsache, dass die umfangreichsten Quellen im Internet im Ausland sitzen und die englische Sprache verwenden, werden englische Schreibweisen vermutlich an Bedeutung für die deutsche Sprache gewinnen.
     
    Es passt überhaupt nicht hier, aber mir zumindest macht so etwas Spass. Danke für die Ausführungen. Ich werde es nicht vergessen, nur ob ich es beachte, weiß ich noch nicht. *Augenzwinker*

  • 11
    Silkester erzählt » Blog Archive » Innerer Widerstand: Artikelzuweisung
    February 10th, 2008 16:49

    [...] ich gerade schon (wieder in den Kommentaren Kommentar 55333) darauf abhob, dass mein Kopf und kein Lexikon für meine Sprache verantwortlich ist und ich [...]

  • 12
    Lebensmittelfotos.com ist online | dpetereit.de
    February 14th, 2008 20:37

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