Gemeinfrei — ein Fest für freies kreatives Arbeiten
Urheberrechte sind grundsätzlich eine feine Sache, auch wenn die eigentlichen Nutznießer nicht die Künstler, sondern die Verwertungsrechtler und Verlage sind. Insbesondere an den Anstrengungen von Getty zu erkennen, die selbst die Verwertung eines Leonardo DaVincis, der nun Gewiss länger als 79 Jahre tod ist, wirtschaftlich für sich verwerten wollen. Getty lässt einiges springen in ihren Anstrengungen das Monopol an unserem Kulturerbe zu besitzen. Doch trotz der Anstrengungen dieser häßlichen Geldkrake, gilz derzeit noch immer, ist der Künstler erst 70 Jahre verblichen, so steht es jedem kleinen und großen Künstler frei, dessen Werk zu verwursten und zu verarbeiten, d.h. kommt er an eine gemeinfreie Reproduktion heran. Im Falle der Mona Lisa, heißt das, einen Bildband oder eine Postkarte zu verwenden, der oder die vor 50 Jahren erschien, siehe Fine-Art-Fotografie auf Fotorecht. Wobei anzumerken ist, dass die Reproduktionen/Abbildungen im Internet alle mit dem Scanner digitalisiert wurden und für Scanner gilt der Lichtbildschutz nicht und somit könnte man auch argumentieren, dass diese Abbildungen von gemeinfreien Werke im Netz grundsätzlich frei zu Verwendung sind.
Ich habe das Wochenende damit verbracht mich in den verschiedenen Bildquellen umzusehen und einmal zwei kleine Webensembles zusammengestellt, bei denen mir die Meister vergangener Zeiten mit Material zur Seite standen.
Ein Web-Ensembel mit der Unterstützung Max Liebermanns (1847-1935)
Nach dem Abitur schreibt er sich an der Philosophischen Fakultät der Berliner Friedrich-Wilhelm Universität ein, besucht dort aber keine Vorlesungen. 1868 beginnt er als 21-Jähriger sein Kunststudium an der Weimarer Akademie, zu der dort gelehrten Historienmalerei findet er jedoch keinen Zugang.
Erst im Realismus und Naturalismus – unter anderem inspiriert von Mihály Munkácsy – findet Liebermann seine Passion. 1873 zieht Liebermann nach Paris und später nach Barbizon, um in Kontakt mit Künstlern wie Munkácsy, Troyon, Daubigny, Corot, Millet und Édouard Manet zu kommen – die meisten Versuche dazu scheitern. (Wikipaedia)
Im zweiten Ensemble nutze ich gleich das Erbe von einer ganzen Sammlung von Künstlern, die von 14-ebbes bis 1914 lebten.
Ein Webensembles mit Früchten unseres Kulturerbes
Die Früchte-Girlande stammt von Albrecht Altdorfer (1480-1538), das Stillleben mit Zitrone ist von einem mir unbekannten Künstler (vermutlich Willem Claesz. Heda 1594 - 1670~82 oder Jan Davidsz. de Heem 1606 - 1683~84, zumindest aus der Ecke und aus dieser Zeit) des 17. Jah., ebenso das Tuch, das aus einem anderen Stilleben geborgt wurde, den Früchtekorb stiftete kein geringerer als Michelangelo Caravaggio (1571-1610) und Paul Cézanne (1839-1906) schuf eine Marmor-Statue, die ich zur halbverdeckten Bronze-Büste verstümmelte. August Macke (1887-1914) steuerte den Angler bei.
[Nachtrag] Ein Künstler, den ich während meines Kunstgeschichtsstudium sträflich übersehen habe Felix Vallotton (1865-1925)google-Bildersuche und der verrückte Meister van Gogh (1853-1890).
Webensemble auf dem Land vor und nach dem Impressionismus
Der Header, der aus einem Landschaft-Bild von Felix Vallotton stammt, wird in einem Template der Templaterie verwendet, und dort sicherlich in Kürze erhältlich sein, denn diesen Header zu einer Endlosschleife zu gestalten, war dann doch etwas aufwendiger und ich denke dass dies so neutral ist, dass der eine oder andere Interessent bereit ist, meinen Aufwand zu vergelten. So mancher Meister wird zukünftig wohl "seinen Beitrag zu meinen Webdesigns" leisten. Mir macht es jedenfalls einen Mordsspass mit diesen Werken Templates zu erstellen.
Webensemble mit ein wenig Claude Monet
Pausenfüller: Manchmal ist wichtig Dinge wegzulassen. Im Falle Claude Monets (1840-1926) hatte ich immer zuviel Elemente von seinen Bildern enthalten und es sah fürchterlich aus. Bis ich alles ausblendete und schließlich nur noch sehr wenig Monet im Bild hatte.
Vom Ensemble mit Elementen von Monet zur Blütentapete mit Manet
Wer kennt sie nicht, die kitschigen Blütentapete. Meine Großelterngeneration schmückten gerne ihre Wände damit und auch im Web findet man diese Blütentapeten, wenn gewöhnlich auch nicht auf Businessseiten und es ist mittlerweile "echt Retro". In dieser Sammlung soll ein Beispiel für diese Verwertungen alter Meister nicht fehlen. Wem die Tapete mit Manets (1832 -1883) Blüten gefällt und diese Kachel gerne für die eigene Website hätte, kann diese natürlich gerne verwenden. Mit der rechten Maustaste die Kachel anklicken und aus dem Kontext Menu "speichern unter" wählen.
Und so kann das in einer Website aussehen:
Jede Epoche der Kunstgeschichte hat Elemente die sich schmuck in Websites machen können ... ob es ein Apfel aus einem hollänischen barocken Ölgemälde ist oder gotische Steinfassungen die in sakraler Buchmalerei des 14. Jahrhunderts zu finden ist, auch wenn das Ergebnis letztlich dann doch nicht nach gotischer Buchmalerei aussieht.
Ein orientalischer Basar mit Elementen aus gotischer Buchmalerei
Die Stoffdraperien bekleideten in dem Beispiel sakraler Buchmalerei einst heilige Männer.
Ein hab ich noch ... ein hab ich noch:
Webensemble — eine kubistische Kollage
Juan Gris (1887-1927)wikipaedia starb jung. Das ist in Bezug auf seine Werkentwicklung bedauerlich. Wer weiß, was noch von ihm gekommen wäre. Was das Verwerten seiner Werke für den Remix anbelangt ein Glück. Freud und Leid — der König ist tot, es lebe der König. (Am Rande angemerkt: Hier ist nun das Plugin Thickbox im Einsatz, das Zappelphillips Script ablöst. Dabei muss man nur drandenken, dass man einen Leerschritt vor dem Link hat ... oder bei Gelegenheit bei alten Beiträgen die Klasse "thickbox" ergänzen, so dass Zappelphillips Plugin Zap ImgPop deaktiviert werden kann.)
Babar ist seit 1. Januar 2008 gemeinfrei
Da hätte ich doch fast ein wichtiges Ereignis übersehen. Der Zeichner Jean de Brunhoff (1899-1937) hinterlässt der kreativen Gemeinde seit diesem Jahr die Kinderbuchfigur Babar. Da soll auch ein Web-Ensemble mir Barbar, dem Elefanten nicht fehlen.
[/Nachtrag]
Wer einmal um ein Ornament (Nachtrag/Linktipp: Ornamente zum selber machen) verlegen ist, kann sich bei den historischen Wertpapieren umsehen und hat schnell einen gigantischen Fundus an Rahmen und Schnörkeln ohne Ende.
Da in der Regel bei Wertpapieren es sich um unbekannte Künstler handelt sollte man hier darauf achten, dass die Aktie recht alt ist und der Künstler ganz bestimmt vor 1937 starb, wobei bei der Verwendung eines Ornamentsegmentes im Gif-Format von einer eingescannten Bild, es dem Urheber vermutlich schwer fallen wird, nachzuweisen, dass dieses Ornament aus seiner Hand stammt. Und bei dem Aufwand, denn man betreibt, braucht man auch unter Eid nicht zu lügen, wenn man feststellt, dass man das Ornament in der eigenen Bildberabeitung hergestellt hat.
Ich wünsche viel Vergnügen. Ich jedenfalls hatte ihn dieses Wochenende.
Btw. Damit einen die Verwertungsgeier nicht an die ... einen erst gar nicht plagen, lässt man am besten die Angaben zu Quelle der Reproduktion weg. In den letzten 70 Jahren wurden von den meisten Werken schließlich unzählige Reproduktionen von unzähligen Anbietern in Umlauf gebracht.
Apropos: Wer selbst Lust bekommen hat, mit alten Meistern neue Websites zu entwerfen, ich nehme Links zu entsprechenden Blogbeiträgen im Sinne eines Blogkarnevalls hier gerne auf. Einfach Bescheid geben.
-Stichworte: alte Meister, Bildrechte, Fine-Art-Fotografie, Fotorecht, gemeinfrei, Museen, public domain, Remix, Replikation, Urheberrecht, Verwertung, Web-Collagen, Webensemble
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Konterpropaganda 


January 17th, 2008 06:33
Vor drei Tagen publizierte ich einen Bericht in Silkester erzählt über die Wonnen und Risiken einer Webdesignerin mit gemeinfreien Werken aus dem Netz und dort einige Beispiele für Webdesigns mit Elementen aus Werken alter Meister vorgestellt. [...]
January 30th, 2008 07:11
[...] die Idee zu vermitteln. Dieser Entwurf könnte das Prinzip erklären helfen. Auch die kleine Arbeit zum 71-Todesjahr des Zeichners von Babar, dem Elefanten ist so eine Arbeit, Arbeit, bei der Hintergrund und Figuren den Viewport füllen [...]
September 24th, 2009 14:58
[...] Forderung kreatives Schaffen generell gemeinfrei zu halten, ist meiner Meinung nach unrealistisch. Immerhin leben Menschen von ihrer kreativen [...]
[Admin: http://www.blogomatic.de/2009/09/24/wie-prepost-release-modelle-sich-rechtfertigen-musen-oder-der-neue-preis-der-unterhaltung-ii ]
September 27th, 2009 02:52
Hier hat einer den Artikel vor dem Verlinken offensichtlich nicht gelesen: http://www.blogomatic.de/2009/09/24/wie-prepost-release-modelle-sich-rechtfertigen-musen-oder-der-neue-preis-der-unterhaltung-ii tststs.
September 27th, 2009 10:26
Doch, gelesen und bewundert. Allerdings nur das Wörtchen “gemeinfrei” verlinkt um meinen Lesern einen Überblick zu geben, wie man “gemeinfrei” sinnvoll verwendet.
September 27th, 2009 10:48
Es wird aber halt im Kontext des gesamten Satzes wahrgenommen und dabei entsteht der falsche Eindruck. Ich freue mich über die Richtigstellung.