Archive for November, 2007

Das neue UNS

UNS muss neu definiert werden. Das maschinelle UNS hat noch keine klaren Regeln und bricht die Regeln des alten uns ...

youTube-Direktlink: The Machine is Us/ing Us

Die Maschine benutzt uns? Nur weil der Gebrauch einer Maschine zu neuen Regeln führt und zu einem veränderten Verhalten kann man wohl kaum behaupten, dass die Maschine uns benutzt. Eine Maschine — auch wenn die Algorythmen noch so ausgereift und clever sind — ist und bleibt eine Machine ein seelenloses Ding, das von Menschen erdacht und dessen Gebrauch von Menschen bestimmt ist. Zu Glauben, dass die Maschine uns gebraucht zeugt dann doch etwas von Realitätsverlust. Nur weil man den Menschen am anderen Ende der Tastatur irgenwo an einem Knoten auf dieser Welt nicht sieht, nicht weiß wann, wie und warum Spuren auf Datenspeichern hinterlassen wurden, heißt das nicht, dass diese Spuren nicht das Resultat menschlichen Handelns sind.

Wir bestimmen die Regeln. Stellt sich lediglich die Frage wie unabhängig und bewußt die Regeln aufgestellt werden. Wie durchdacht Dinge iniziert werden und wie weit sich die Konsequenzen voraussehen lassen.

Zu allen Zeiten war neue Technologie mit einem Lernprozess der soziologischen Prägung verbunden. Emotional betrachtet gebe ich dem Titel schon eher recht. "Die Maschine hat uns."

Barbaren in den Machtzentren

Warum werden immer wieder Foltermethoden angewandt, wenn schon seit Jahrhunderten bekannt ist, dass Folter keine Wahrheiten hervorbringt, sondern Antworten, die die Qualen enden. Antworten, die sich meist als Lügen entpuppen. Mir fällt dazu nur eine Antwort ein. Der Terror ist ein Instrument im politischen Machtgerangel.

Wären die Machthaber an einer Problemlösung interessiert, wären intelligentere Ermittlungsmethoden im Einsatz.

Damals ... Menschen unter Generalverdacht und auf Listen leben gefährlich. Auch wenn dieser Beitrag von 2005 stammt ... das Thema ist noch nicht ausgestanden, das Problem immer noch akut. (Folter: The Black sites)

Zwei lästige Blog-Mythen

Mythos 1: Alle Blogger sind Missionare

Alle Blogger sind begeistert und wollen Nicht-Blogger zum bloggen bekehren.
Auch wenn einige begeistert vom bloggen schreiben und sprechen und am liebsten die ganz Welt zum bloggen bekehren, so betrifft das nicht alle und von jener Gruppe Blog-Missionare, treten immer wieder viele aus dem Orden aus. Tatsache ist, dass ich nur einen einzigen Blog-Missionar kenne, der konstant dabei bleibt.

Mythos 2: Alle Blogger sind Seelenstripper

Manche Blogger lügen andere sind erschreckend ehrlich. Manche Blogger schreiben Fiction andere Dokumentare. Manche Blogger schreiben ab, andere authentisch originell. Blogger schreiben Fachbeiträge andere persönliche Soapoperas. Manche Blogger behalten privates für sich andere nicht. Manche Blogger mögen den Seelenstrip andere nicht. Nur weil man aus der Ich-Perspektive schreibt, heißt das nicht, dass jeder Aspekt des Bloggers offengelegt wird oder die Ich-Perspektive Innerstes offenlegt. Blogger als Seelen-Exibitionisten zu bezeichnen, empfinde ich als Diffamierung. Es zeigt, welche tiefliegenden Vorurteile dem Blogger entgegengebracht werden.
Nachtrag: (Ergänzung: die Sprechblase bittet die Ironie in Seelen-Exibitionist zur Kenntnis zu nehmen. Genommen)

Germanizismen

Auf Stage6 fand ich alte Perry Mason Folgen und entdeckte in der vierten Folge das Wort "Kaffeeklatsch". in den späten 50er wurde das Wort Kaffeeklatsch in Amerika wohl noch wie in Deutschland genutzt, auch wenn ich mir schwer vorstellen kann, dass ein männlicher Erpresser es in dem vorliegenden Fall gebraucht hätte, ... aber das bin nur ich. Kaffeeklatsch implizierte noch Tratsch und Ratsch, also das unfeine Verbreiten von Dorfgerüchten und ~geschichten bei Kaffee und Kuchen. Wenn ich mir die Erläuterung von Kathy Schrock "Kaffeeklatsch" betrachte, so scheint der Aspekt des "gossiping" der in Webster bei der Worterklärung mitgeführt wird, irgendwie unter den Tisch zu fallen.

Apropos Perry Mason ... Die Serie findet auch erwähnung in der BBC-Dokumentation 'politics of fear' Erwähnung. Allerdings ist es Falsch, wenn Leo Strauss behauptet Perry Mason habe Schuldige verteidigt. Perry Mason hat die beauernswerten Falschbeschuldigten verteidigt. Es wurde immer der wahre Schuldige in der Serie entlarvt. Damals waren schließlich die Serienhelden noch ultimativ, absolut, total gut und unverwüstlich. Perry Mason war der weiße Ritter, der Verfechter von Wahrheit und Gerechtigkeit.

Eine Frage des Blickwinkels

In manchen Teilen der Welt ist es nur eine Frage der Meinung, ob diese frei ist oder nicht ...

Allen Menschen geht es gut, in manche Teilen der Welt muss man nur hetero, blond und blöd sein ...

Wuaaaah ... hihihi! via lost moon

PS: aus der Blogroll von amardi der mich heute u.a. auch auf das Blatt für Berufsbildung zum BBM aufmerksam machte.

PPS: Fatale Strapazen für Entführte oder die zwei kleinen Löcher, was ist der Entführte auch so empfindlich ...

Mehr löschen als schreiben

Bei manchen Forenbeiträgen lösche ich mehr als ich veröffentliche. All die Worte, mit denen ich vom Leder ziehe, bleiben unveröffentlicht. Manchmal trauere ich um all das Ungschriebene:

  • ... wenn ich vom Leder ziehen möchte gegen den unnötigen Einsatz von Datenbanksystemen,
  • ... wenn ich gegen lieblose und hingeschluderte Websites wettern möchte,
  • ... wenn ich den Missbrauch von AJAX und Flash anmahnen möchte, ...

Aber dann halte ich inne und ermahne mich, dass auch wenn die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass wieder ein Mini-Projekt mit populärem Maxi-CMS und dem klassischen Schnickschnack in der Planung ist, so ist es nicht mein Bier. Ich sollte meine Nase aus anderer Leuts Fehler wirklich raushalten ... insbesondere dann, wenn es reine Spekulation ist und niemand nichts genaues weiß.

Notiz an mich: "Nicht dein Bier!"

Politik heute – viele Gespenster und keine Agenda

Uaaaaaah ... die neuen Inquisatoren kommen in Gestalt der neo-konservativen Politiker. Sie behaupten, das Volk vor einem Netzwerk des Terrorismus zu schützen ... vor zwei Jahren im Januar strahlte die BBC eine dreiteilige Dokumentation bezüglich des politischen Powerplays: "politics of fear" (1, 2, 3). Wenn man diese Doku sieht (insbesondre der dritte Teil), so kommt man sich vor wie in einem Film von Monty Python, nur mit dem Unterschied, dass es nicht um abstruse Komik geht, sondern ganz reale Politiker und Fanatiker ganz real Bürger bedrohen, weil ihnen die Fantasie durchbrennt. Nashs Game Theory, wenn sie nicht auf Kooperation ausgerichtet ist, resultiert in Misstrauen und einer einzigen möglichen Lösung: Schwing die Keule bevor du von der Keule getroffen wirst. Das ist nicht mehr der Generalverdacht. Wenn man diese Dokumentation sieht, so bleibt nur eine Konsequenz in dieser politischen Lage: Jeder ist schuldig ... gleichgültig, ob es dafür konkrete Beweise oder auch nur konkrete Verdachtsmomente gibt. Wen es trifft, ist dabei so zufällig wie der Lottogewinn. Neben den armen Tropfen, die unter Terrorverdacht hochoffiziell von staatlicher Seite belästigt und schlimmer: terrorisiert werden, ändert sich für jeden Einzelnen das Leben.

Im Übrigen habe ich wieder ein weiteres Beispiel für den nachhaltigen politischen und gesellschaftlichen Schaden weltweit, den die CIA durch Finanzierung, Ausbildung und Propaganda verbreitet. In einem 50 Jahrezyklus scheinen sich die CIA-Proteges jeweils in die schlimmsten Albträume zu verwandeln und immer gibt es Politiker, die diesen Albtraum für die eigenen politischen Zwecke und Intrigenspielchen missbrauchen.

Erzählstil ist wichtiger als der Inhalt.

Das wie ist wichtiger als das was.

Ein Beispiel:

Junge bestellt Musik-DVD. Junge sieht Musik-DVD. Junge nimmt von der Umwelt nichts mit, während er die Musik-DVD sieht und hört.

Kurz, langweilig und belanglos.
Oder.
Witzig und ausgeschmückt mit einer guten Portion Selbstironie: Augen- und Ohrenschmaus

Die Grundidee hinter dem Cartoon: segment from 1972's "Everything You Wanted to Know about Sex"

Bedeutungslos oder bedeutsam

Mein Name ist bedeutungslos. Ich stamme nicht von den Cäciliern ab auch bin ich kein Unterpfand. An meinen Namen knüpften meine Eltern keine Erwartungen. Die Wahl wurde phonetisch getroffen. Der hübsche Klang war ausschlaggebend. Ist das nun das Ende der Geschichte oder Anfang der Geschichte. Ich habe meine Person und meine Geschichten an den Namen geknüpft. Als nichthistrorische Figur oder Figur von geringem öffentlichen Interesse, werden mit mir die meisten der Geschichten, die ich mit meinem Namen verbinde, aus der Welt entgültig verschwinden.

Nun bin ich ein Individuum, dessen soziologischer Kontext bis ins kleinste Dokumentiert ist. Ich kann aus dutzenden von Quellen entnehmen, wie das Leben einer deutschen Frau im Schwäbischen verläuft. Welche kulturelle Vergangenheit mein Denken und meine Kultur heute prägen. Welche Politik von der Mehrheit meines Volkes durch gewählte Volksvertreter das Geschehen beherrscht.

Ein Stück meines Weltbildes wollte ich heute Nacht erweitern. Ich war auf der Suche nach der Perspektive des nordamerikanischen Indianers. Ausgangspunkt war der Eigentumsbegriff. Immer wieder wenn man den Eigentumsbegriff diskutiert, stößt man auf die indianische Sichtweise, dass Land niemand besitzen kann.

Mit Hilfe der Sonne wurde die Erde geschaffen. Die Erde und ich, wir sind eins. Der Eine, der das Recht hat, über das Land zu verfügen, ist der Eine, der es geschaffen hat.
(Chief Joseph)

Das klingt sehr romantisch und ist tierisch bedeutungsschwanger. Wow! Wie aber haben Indianer gelebt? Waren diese nicht auch in Stämmen unterteilt, die in bestimmten Gebieten lebten und gab es nicht Kämpfe unter den Stämmen, wer über die Ressourcen des Landes verfügen kann, wer darauf leben, wandern und jagen darf? Und schon klingt der Satz wie das MamboJambo unserer Philosophen und Kirchenfürsten und hat wenig mit der Realität zu tun. Diesen Gedanken verfolgt, wollte ich wissen, was Indianer von ihrer Geschichte erzählen. Doch es scheint, dass im Internet nur wenig zu finden ist. Allein schon losgelöst von dem Wort Indianer eine Selbstauskunft im Netz zu finden, ist nicht so einfach wie ich es erwartet hätte. Überall begegnet man der Sichtweise des weißen Mannes, den Missionaren und Kolonialisten, der weißen Eroberer. Sioux ist das Schimpfwort der Franzosen für die Lakhota. Es hat einige Klicks gedauert, bis ich auf der offiziellen Seite der Lakhota ankam. Denn allgemein wird das "h" nicht mitgeschrieben. Angekommen auf der offiziellen Seite der Lakhota auch bekannt unter der "Bezeichnung" Sioux, findet man schließlich die Geschichte der Sioux, wie sie von Microsoft erzählt wird. Ausgehend von der Site, scheinen die Lakhota kein Interesse zu haben, ihre Geschichte zu erzählen. Das Authentischste, das ich auf der Site entdecken konnte, war das Wörterbuch. Bemerkenswert ist, dass die Sprache der Lakhota zwischen Mann und Frau unterscheidet. Sie verwenden unterschiedliche Endungen.

Im übrigen scheint alle hauptsächlich Folklore zu sein. Vorläufig werde ich mich also mit meinem Kalr May und Holliwood getrübten Bild vom nordamerikanischen Indianer begnügen.

Wer war das?

Wer hat den Mops im Monitor vergessen. Vortreten und bitte das arme Tier befreien. :-)

Link-Tipp via Mail von Creisi apropos ... Großreinemachen und den Hund äh die Sau rauslassen und so ... creisi.ch hat ein Redesign erfahren. Ich war Muse mit zwei Design-Vorschlägen (also nur der kreative Funke), die schließlich in dem sehr schönen Design von Claudia Reiser mündeten.