Mit vorgehaltener Pistole bloggen
Kirstin Walther, Geschäftsführerin von Walther Saft und Autorin im Saftblog, bloggt mit vorgehaltener Pistole. Dieses Statement ist erzwungen und damit recht wertlos. Der DOSB hat es offensichtlich noch immer nicht gelernt. Blogger haben Spass am Gespräch. Wenn wir "Ich"-Aussagen treffen ist es uns wichtig, dass diese auch aus dem ICH heraus stammen. Der DOSB tritt die ethischen Grundsätze des Vaters der olympischen Spiele auch weiterhin mit Füßen. Wie kann man nur so eine faul riechendes Statement verlangen. Wenn man schon die Plattform des Saftblogs für ein Statement nutzen will und das hätte ich verstanden, warum nicht aus der Perspektive des DOSB sprechen, statt mit einer Kostennote jenes Pseudoverständnis heucheln lassen ... Friede und Freiheit sollte man nie trennen. Das eine stirbt mit dem anderen.

Das Thema ist noch lange nicht ausgestanden. Auch wenn es für den Saftblog gut verlief. Neben dem dem Sockel der Maslow'schen Pyramide(1, 2) haben wir eben doch auch eine Verpflichtung gegenüber der Spitze. Zumindest ab und an bilde ich mir ein, einer "höheren Spezies" anzugehören, der es neben dem vollen Bauch auch wichtig ist, sich frei und offen Mitteilen zu können. Mich geistig zu fordern und mit anderen zusammen Spaß an geistigen Gütern zu haben. Wie aber kann ich das, wenn ein falsches Wort ein unbedachtes Bildzitat meinen vollen Bauch gefährdet. Ich kann es nicht. Ich denke nicht, dass Robert so entgleist ist(1, 2).
Und abseits vom bedrohlichen Markenrecht und dessen Ableger dem Olympischen Schutzgesetz in meiner Eigenschaft als PRlerin eine Antwort dem Handwerker: doch es ist von Vorteil viel Traffik zu haben. Doch wirken sich hoher Bekanntheitsgrad und Traffik nicht unmittelbar auf den Umsatz aus. Nichts desto trotz stehen sie in Korrelation zueinander. Es ist eine Frage der Dauerhaftigkeit und der Schwelle einer bestimmten Masse. So gesehen, kann der Saftblog Stress und Kosten als erfolgreiches PR-Ding verbuchen. Auch wenn das hier nicht deren Motiv war und nur ein schönen Nebeneffekt ergab. Und: Ja! Ich kann verstehen, dass man an die Mägen der Kinder denkt und nicht an das Vermächtnis eines freiheitlichen lebenswerten Staates. Da geht es dem Handwerker wie dem einfachen Menschen mit einem ganz normalen Kontostand. Das macht die Angelegenheit so traurig.
via Robert Basic
Bildquellen: stock.xchng [Taube] [Olivenzweig] und tempus creativ [Münzen, Collage und Bearbeitung]
cc = Creativ Common "By"
-Stichworte: Abmahnung, Abpressen, Ethik, Plagen, Redenfreiheit, Saftblog, Widerstand
-Stichworte: Abmahnung, Abpressen, Ethik, Plagen, Redenfreiheit, Saftblog, Widerstand




Konterpropaganda 


January 5th, 2007 18:29
Da haben wir eine ganz ähnliche Meinung. Ich weiß nur nicht, ob es in Möbel- oder Saftmachers Hand liegt das Vermächtnis eines freiheitlich lebenswerten Staates auf eigenes Risiko hochzuhalten. Ich sehe es viel eher als Aufgabe der Presse, den eigentlichen Skandal zu veröffentlichen. Man stelle sich vor: ein gegnerischer Anwalt schreibt einen Text und fordert dessen Veröffentlichung unter eigenem Namen im Blog als Voraussetzung für eine gütliche Einigung. Ich bin sicher, dass das auch die reichweitenstarke Presse interessieren wird. Wäre schön, wenn das Saftblog dann vom gestiegenen Bekanntheitsgrad profitieren könnte.
Gruß vom Handwerker
herwig
January 5th, 2007 20:50
Ich weiß. Es ist ein Eiertanz. Und mit dem Blog hat man sich den Schuh angezogen, klein David wird sich der Aufgabe stellen müssen, ob Saft-, Möbel- oder sonstwie-Blogger. Und ich denke auch, dass im Rahmen unserer “traurigen” Wirklichkeit als Blogger viel erreicht wurde.