Es ist das Dämlichste, was ich seit langem gelesen habe. Das Drumherum der Fifa ist unwürdig. Das Spiel selbst ist ein zugegeben populärer Coachpotato-Sport für die deutsche Nation und wie in Rom im Colloseum ist das Völkchen mit den Spielen lenkbar und zufriedengestellt. Ist das nicht schön.
Dass 11 Männer ein für Fußballfans ein gutes Spiel führen, ist für Menschen, die dem etwas abgewinnen können, schön. Es ist nichts, _nichts_, was mich dazu veranlaßt in Deutschland mehr oder auch weniger zu sehen, mehr oder weniger Stolz zu empfinden. Als Nation haben wir wie viele Nationen Bewundernswertes und Grauenvolles in unserer Geschichte und Kultur für das wir Verantwortung, Stolz und Scham empfinden sollten.
Ein dämliches Fußballspiel ändert nichts an den Ereignissen und an dem was Deutschland darstellt. Wir müssen nicht vor Scham das Haupt neigen und wir sollte nicht "endlich Nationalstolz" zeigen dürfen. Nationalstolz ist und bleibt ähnlich wie Religion eine Sache, die nur sehr bedingt etwas positives ist. Ich bin lieber stolz auf Humanismus als auf ein Land, in das ich zufällig hineingeboren wurde. Wenn mein Land sich hervortut in sozialer Marktwirtschaft, im Kampf um Menschenrechte in der Förderung des Humanismus — dann bin ich gerne stolz auf mein Land und zeige ein wenig Nationalstolz. Elf Männer in kurzen Hosen, die einem albernen Ball nachjagen, Himmel noch mal. Muss man in diesem Zusammenhang wirklich an die unwürdige Vermarktung erinnern?
Es stünde Männern besser, wenn sie nicht von dem Spiel auf die Werte der Nation schlössen. *Augenroll* Zumal die Nation nichts tut, Kapitalismus und Ethik in einen menschenwürdigen Kontext zu setzen und Exzesse, was Gier und Erpressung anbelangt, zu regulieren. Deutschland hat sich diesbezüglich in letzter Zeit wirklich nicht hervorgetan auch und im Besonderen nicht in Bezug auf die WM.