Selbst Schuld!

Selbst schuld, wenn man so blöd ist!

Udo Vetter registriert die Marke "lawblog" und wundert sich, dass seine Fantasielosigkeit dazu führt, dass andere den Begriff eben längst verwenden. Heidi Klum hat damals auf diesen Wahnsinn reagiert. Wer weiss, was ist, sicher ist sicher. Was war eines der ersten Dinge, die ich hörte, als der Markeninhaber der Marke tempus® meine Unternehmensbezeichnung tempus creativ silke schümann beanstandete? Er habe die Marke tempus angemeldet, damit es ihm nicht so erginge in Bezug auf das, was er mir antat.

Statt den Schwachsinn als Schwachsinn zu brandmarken und Brandings wieder so zu gestalten, dass man diese auch als eineindeutig erkennen kann und nicht unser aller Sprache, ob im nationalen Bezugsrahmen oder im internationalen Bezug ist dabei unerheblich, beschneiden.

Erst einen allgemeinen Begriff nehmen und sich dann beklagen, dass die Arbeit, die man aufwendet den Begriff mit seinen Inhalten aufzublasen, nicht so einmalig ist, wie man sich das wünscht. Tja, Herr Vetter, vielleicht sollte man noch einmal nachdenken und sich freuen, dass man mit "lawblog.de" die bessere Domain hat und mit lawblog.de auch noch so etwas eineindeutig einmaliges wie ein echtes Markenzeichen hat.

Wir werden eines schönen Tages alle sprachlos sein, weil unser Sprachraum mit Markenrechts-Tretminen gepflastert ist. Es wird noch lustig werden, wenn die Weltmeisterschaft erst einmal begonnen hat. Ein Markenbegriff darf nicht in Url und Meta-Angaben auftauchen? Na dann, ... gewöhnt euch schon einmal an in Anagrammen zu schreiben und Codewörter zu etablieren, z.B. "6002 MW" für die Marke "WM 2006", die aktuell zwar angefochten wird, aber ob die Anfechtung Erfolg hat, wird man erst nach der WM wissen.

Schönen Gruß an Udo Vetter: "Denken Sie noch einmal nach!"

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Abgelegt unter: Ethik, Plagen, Strategie

11 Responses to “Selbst Schuld!

  • 1
    Udo Vetter
    January 8th, 2006 14:01

    Die Überschrift und den Ton des Beitrags finde ich wirklich gelungen.

  • 2
    BloggingTom
    January 8th, 2006 16:19

    Markenblogs

    Nach den Vorkommnissen rund um Heidi Klum, dem Sozialgericht Bremen und Vakona dreht sich die Diskussion nun plötzlich in die entgegengesetzte Richtung.
    Mit dem heutigen “Outing” von Udo Vetter, dass er sich den Namen seines Blogs, &#8220…

  • 3
    Micha
    January 8th, 2006 18:53

    Da muss ich mich Udos Kommentar anschließen – “Kommunikationsdesign”? Sie müssen noch sehr viel lernen, Frau Schümann!

  • 4
    Silkester
    January 8th, 2006 19:06

    Sie halten den Kommentar also für ironisch. Sehen Sie so unterschiedlich kann man mit Sprache umgehen. Ich ziehe in diesem Fall den Wortsinn ihrem Gedankensinn vor.

    Nachtrag:
    Sanfte Samthandschuhe sind nicht immer die Besten. Sie lassen manches als irgendwie schon OK erscheinen, wenn es das nicht ist. Und Markenrecht ist in einer sehr bedenklichen Schieflage. Wir sind das System. Wenn das System nicht in Ordnung ist, dann tragen alle die Verantwortung. Ich halte Udo Vetter für _keine_ empfindliche Leberwurst, der so schnell eine Flappe zieht. Ich denke er hat die Botschaft genau so verstanden, wie ich sie schrieb. Ich mag mich irren, wäre schade.

  • 5
    Rob Liebwein
    January 8th, 2006 20:04

    Ich stimme Frau Silke Schuemann zu. Das soll schon etwas heissen.

    Die Marke “law blog” ist nicht eine fuer “Hering mit Senfsosse” oder “Frische Unterhosen fuer bloggende Rechtsanwaelte” eine eingetragene Marke, sondern eben ausgerechnet fuer “Dienstleistungen (=Bloggen) zur Rechtsberatung und -vertretung” und damit nicht schutzfaehig. Ein Teil-Nichtigkeitsantrag zu dieser Kl. 42 sowie eine Anzeige beim Bundeskartellamt wegen dieser offensichtlichen Monopolisierungsabsicht duerfte ein Kinderspiel sein.

    Fuer den Laien: Jeder Blogger hat das Recht, ein Lawblog i.S. als eine Dienstleistung betreiben zu duerfen, wobei ein Blog bereits eine Dienstleistung als solche darstellt – unabhaengig davon, ob man selbst bloggt, ein Blogprovider oder ein Templateersteller ist.

    Fuer den Anfang werde ich Herrn Vetter in seinem Blog auf den § 48 Abs. 1 MarkenG hinweisen.

    Kind Regards,
    Rob Liebwein, IAAL

  • 6
    Basic Thinking Blog » Zusammenfassung der Markendiskussion von Bloggern
    January 9th, 2006 10:36

    [...] bisherige Links zu dem Thema: – jnblog kommt mit Wortmarken klar, solange sich die Blogger deswegen nicht totklagen, befürchtet aber sehr wohl diese Entwicklung – Blogging Tom, der die Schutzwürdigkeit der Marke und das unternehmerische Interesse von Udo Vetter anerkennt – Jurastudentin bezweifelt, daß die Wortmarke eigenständig genug ist, um vor Gericht im Falle einer Klage zu bestehen – Silkester verweist auf die Starke Domain lawblog.de und verneint ebenfalls die Eigenständigkeit der Wortmarke “Law Blog” – ContentType wundert sich, dass Udo auf die englische Sprache verweist und damit die Wortmarke im deutschen Sprachraum als eigenständig genug und nicht etwa als Allgemeingut bezeichnet [...]

  • 7
    im web gefunden » Vom Markenrecht, Gejagten und Jägern
    January 10th, 2006 11:35

    [...] Und weil es so wichtig ist – braucht man ab jetzt Zeit. Viel Zeit und viel Ruhe. Denn es gilt einige längere Artikel zu diesem Thema zu lesen. Meine Empfehlung ist mit Roberts Meinung zu beginnen, um dann bei Blogging Tom weiter zu lesen. Auf alle Fälle sollte man im Anschluß daran Silke Schümann lesen, wobei man bei ihr auch unbedingt die Verwandten Links nicht übersehen sollte. Zum Abschluß der Runde empfehle ich dann die vorläufige Zusammenfassung bei Basic Thinking. [...]

  • 8
    MacTVs Blog
    January 10th, 2006 22:24

    [...] silkester.de | selbst-schuld [...]

  • 9
    David
    January 21st, 2006 19:41

    Was für ein Nonsens.

  • 10
    Silkester
    January 21st, 2006 21:18

    Was?

    … dass immer mehr Menschen sich im Internet schriftlich äußern und damit im Selbstverlag eine periodische Publikation haben, die je nach Richter mal als unternehmerisch mal als nicht unternehmerisch gewertet wird?

    … dass zig Personen ohne ausreichendes Vermögen mit Markenrechtsklagen erfolgreich in die Überschuldung geschickt wurden?

    … dass eine Marke damit sie eine solche bleibt verteidigt werden muss?

    … dass Markenrecht mittlerweile für jede halbgare Miniklitsche mit regionalen Verkehrskreisen eine Marke anmeldet?

    … dass Konzerne bewußt die Markenbechreibung so formulieren, dass Begriffe des normalen Sprachgebrauchs und in Branchen üblich von einem Unternehmen belegt werden kann?

    … dass jede unrechtmäßige Markenanmeldung mit einem Kostenrisiko für den der diese Marke löschen lassen will verbunden ist und damit das Markenrecht mehr und mehr aufgewicht wird?

    … dass lawblog so geläufig ist, dass es 725.000 Treffer hervorbringt, deren Anteil großzügig geschätzt ein Zehntel auf den Lawblog von Udo Vetter fällt es sogar für die Begriffskombination “law blog” 4.610.000 Treffer gibt und der Anteil daran sicherlich auch nicht höher als 40-70 Tausend sein dürfte.

    … dass der Begriff schon bei der Markenanmeldung in diesen Kreisen ein gängiger Begriff für Weblogs von Rechtsanwälte war?

    Jajaja: nonsens. Schon gut. ;-)

  • 11
    Silkester erzählt » Blog Archive » Deutscher Olymp-Shyster bedroht Redefreiheit
    December 15th, 2006 22:50

    [...] Selbst Schuld! [...]

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