Mit Worten fesseln
Im der Oktober 2003 Ausgabe von Harvard Business Manager ist das Interview mit Robert McKee, Hollywoods bestem Dozent für das Schreiben von Drehbüchern, übersetzt.
Kernaussagen des Interviews finden sich in diesem Beitrag: "Happy Tales: The CEO as Storyteller"
Darin gerät erneut PowerPoint unter Beschuss.
McKee believes that executives can engage listeners on a whole new level if they toss their PowerPoint slides and learn to tell good stories instead. In his best-selling book Story: Substance, Structure, Style, and the Principles of Screenwriting, published in 1997 by HarperCollins, McKee argues that stories "fulfill a profound human need to grasp the patterns of living—not merely as an intellectual exercise, but within a very personal, emotional experience." What follows is an edited and abridged transcript of McKee's conversation with HBR.
Schüler von McKees Lehren schrieben Drehbücher mit höchsten Auszeichnungen: Forrest Gump, Erin Brockovich, Die Farbe Lila, Gandhi, Schlaflos in Seattle, Toy Story, Nixon, ...
Neben der Geschichte war die Macht der Bilder nicht unerheblich. Statt PowerPoint zu vergessen, gilt es dieses Werkzeug so einzusetzen wie der Regisseur die Kamera. Es wird dem Referent am Pult helfen, wenn er nicht das schauspielerische Talent eines Tom Hanks oder einer Julia Roberts besitzt.
Der Hauptjob des Redners ist es seine Zuhörer zu motivieren, bestimme Ziele zu erreichen. Hierzu gilt es den Schlüssel zu ihren Herzen geschickt einzusetzen.
Es gibt zwei Arten Menschen zu überzeugen:
- konventionelle Rethorik
- die Verknüpfung einer Idee mit einem Gefühl
Konventionelle Rethorik kennen wir aus den Powerpoint-Folien der üblichen Art (siehe auch 10 goldene Powerpointregeln) zu genüge. ... bla Herausforderung ... tun, um Erfolg zu haben ... bla und es folgen Statistiken, Fakten und Zitate von höheren Autoritäten. In den Köpfen der Zuhörer läuft ein paralleles Band ... bla kenn ich ... Ergebnis XY ... mit Mühe und Not ... bla
Der Vortragende streitet bei seiner Überzeugungsarbeit quasi mit dem Zuhörer. Geschickte Redner holen daher zunächst viele kleine Ja ab, damit der Widerspruchsgeist beim Zuhörer erst gar nicht geweckt wird.
Rethorische Kniffe wie bekannte gemeinsame Feindbilder und anerkannte Erfolge in geschäftsfeldnahen Gebieten wie z.B. die kreditknausernde Bank als Feindbild Nr.1 und der Tempelton Fond als Paradepferd um einen privaten Geldanleger mit einem Noname-Fond hoffähig zu machen. Wer sich nun an einen Vortrag eines Strukturvertrieblers erinnert fühlt ... das ist Absicht.
Ideen mit Gefühl
Zur zweiten Methode meinte einst ein berühmter Schriftsteller:
Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer. (Antoine de Saint-Exupery 1900 - 1944)
McKee über die beiden Methoden:
Um ein Argument mithilfe konventioneller Rhetorik darzustellen braucht man Rationalität, aber wenig Kreativität. Um eine Geschichte zu erzählen ist mehr nötig: eine tiefe Einsicht und erzählerisches Talent, um eine Idee zu präsentieren, die genügend emotionale Kraft bündelt, um unvergesslich zu sein. (Quelle: Harvard Business Manager 10/2003 S. 113)
In der Apotheose sowohl der einen als auch der anderen Methode liegt das Geniale. Der rationale Mensch wird keine Entscheidung rein auf der Basis einer guten Geschichte fällen. Er wird auch dann noch ein wenig Unterfütterung durch Zahlen und Fakten benötigen und die beruhigende Gewissheit einer höheren Autorität gefolgt zu sein.
-Stichworte: PowerPoint, Storytelling, Vortragsstil
-Stichworte: PowerPoint, Storytelling, Vortragsstil




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